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Haben Sie gewusst, dass geöffnete iOS-Apps nicht manuell beendet werden sollten? Bild: shutterstock

So schonen Sie die Batterie

Mit diesen 9 Profi-Tipps rund um iOS 8 halten iPhone und iPad viel länger durch

Ein ehemaliger Apple-Techniker verrät, wie man bei Apples iOS-Geräten den Stromverbrauch senkt. Dabei hilft das neueste Software-Update.



iOS 8 ist da – und viele Apple-Nutzer beschäftigt die Frage, wie sich das neue Betriebssystem auf den Stromverbrauch auswirkt. 

Beim iPhone 6 und vor allem beim 6 Plus hält die Batterie länger. Diese Ankündigung von Apple ist in ersten Praxistests bestätigt worden. Heute ist in Deutschland und weiteren Ländern der Verkaufsstart erfolgt, in der Schweiz gilt es sich bis am 26. September zu gedulden.

Ob brandneues iPhone oder älteres iPad: Mit den folgenden Ratschlägen können Sie den Energieverbrauch im Alltag deutlich senken. Sprich: länger auf das Ladekabel verzichten.

Einige Tipps gelten auch für Geräte, die mit iOS 7 laufen, andere basieren auf neuen System-Funktionen von iOS 8. Der US-Amerikaner Scotty Loveless, der als iOS-Techniker arbeitete, hat im Frühjahr eine ausführliche Anleitung zur stromsparenden Nutzung veröffentlicht.

1. «Batteriefresser» erkennen

Ein guter Anfang ist es, den Stromverbrauch des iOS-Geräts genauer anzuschauen und die eigentlichen «Batteriefresser» zu identifizieren. Dazu ruft man die «Einstellungen» auf und navigiert über die Untermenüs «Allgemein» und «Benutzung» zur «Batterienutzung». Im unteren Display-Bereich sind die Apps und Dienste aufgelistet, die zuletzt am meisten Strom aus dem Akku gesaugt haben.

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So gelangt man ins erwähnte Untermenü: > Einstellungen > Allgemein > Benutzung > Batterienutzung. bild: watson

Wenn eine bestimmte App durch grossen Stromverbrauch auffällt, können Gegenmassnahmen getroffen werden, wie zum Beispiel die Hintergrund-Aktualisierung deaktivieren (siehe Punkt 2) oder die Benachrichtigungen ausschalten (siehe Punkt 4).

2. Hintergrund-Aktualisierung deaktivieren

Die Hintergrund-Aktualisierung wurde mit iOS 7 eingeführt. Sie ermöglicht, neue Daten (vom Nutzer unbemerkt) automatisch zu laden, so dass die Apps nach dem Laden aktuelle Inhalte anzeigen.

Die Hintergrund-Aktualisierung kann für jede App einzeln festgelegt oder komplett deaktiviert werden (siehe Bild unten).

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> Einstellungen > Allgemein > Hintergrundaktualisierung. bild: watson

Hier kommt es auf den persönlichen Umgang mit den installierten Apps an. Bei vielen dürfte es genügen, wenn die neuen Daten erst mit dem Aufstarten der App (aus dem Internet) geladen werden.

3. Ortungsdienste: Ja, aber ...

Die sogenannten Ortungsdienste sind praktisch, können aber auch die Lebensdauer der Batterie beeinträchtigen.

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> Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste.  bild: watson

Das vollständige Deaktivieren dürfte für die meisten Nutzer nicht sinnvoll sein, weil verschiedene Apps und Dienste den Standort benötigen, um den vollen Funktionsumfang anbieten zu können. Unter dem Punkt «Standortfreigabe» kann festgelegt werden, ob die Apps «Immer», «Nie» oder «Beim Verwenden» darauf zugreifen können. Dies hängt davon ab, ob man beispielsweise die Facebook-Freunde oder Twitter-Follower über den eigenen Standort informieren möchte.

Gerade die Facebook-App galt lange als Batteriefresser.

4. Push-Mitteilungen: Kleinvieh macht auch Mist

Push-Mitteilungen von Apps landen automatisch auf dem iOS-Gerät und beanspruchen – in grosser Zahl – den Akku. Nicht zuletzt weil je nach Einstellung bei jeder Mitteilung kurz das Display aktiviert wird.

Und wie bei der Hintergrund-Aktualisierung dürften auch hier viele Apps Mitteilungen senden, auf die man getrost verzichten kann.

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> Einstellungen > Mitteilung > Anzeigen > «App». bild: watson

Um die automatischen Push-Nachrichten für einzelne Apps auszuschalten, ruft man sie in den Geräte-Einstellungen auf und deaktiviert jeweils die Funktion «Mitteilungen erlauben».

5. E-Mails: Dieser Tipp hilft Strom und Nerven zu sparen

Es kann praktisch und stressig sein, wenn alle eingehenden E-Mails automatisch vom Server auf das Gerät «gepusht» werden. In den Geräte-Einstellungen kann die «Push»-Funktion deaktiviert werden, um Strom zu sparen. Ausserdem werden wir eh viel zu häufig von eintreffenden Nachrichten auf unseren Smartphones abgelenkt, oder?

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> Mail, Kontakte, Kalender > Datenabgleich. bild: watson

Unter dem Menü-Punkt «Laden» kann der Lade-Zeitplan (alle 15 oder 30 Minuten, stündlich, manuell) festgelegt werden. Je weniger das Gerät auf eigene Faust versucht, neue E-Mails von einem Server herunterzuladen, umso besser für die Batterie.

6. Geöffnete Apps NICHT manuell beenden!

Dieser erstaunliche Tipp kommt von Scotty Loveless, der fast zwei Jahre als technischer Kundenberater («Genius») in einem Apple Store tätig war. Er rät iOS-Nutzern, geöffnete Apps nicht von Hand zu beenden. 

Bekanntlich können Apps «abgeschossen» werden, indem man zwei Mal auf den Homebutton klickt und dann bei der zu schliessenden App nach oben wischt. Das sei aber völlig unnötig, weil das System alle Ressourcen im Griff habe. Apps, die grad nicht in Gebrauch sind, werden «eingefroren» und der ungenutzte Arbeitsspeicher wird automatisch für andere Zwecke verwendet.

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> Doppelklick auf Homebutton. bild: watson

Das manuelle Beenden der Apps ist auch noch aus einem viel konkreteren Grund nicht sinnvoll, auch wenn es Ausnahmen gibt: Das wiederholte «Laden und Entladen» der Apps sei ein Stress für das iOS-Gerät, oder anders ausgedrückt: schlecht für die Batterie.

7. Der Flugmodus ist nicht nur zum Fliegen da

Mittlerweile ist der Flugmodus beim Starten und Landen mit dem Flugzeug nicht mehr überall Pflicht, die Mobilgeräte müssen nicht mehr aus Sicherheitsgründen vom Netz genommen werden. 

Dabei macht es bei schlechtem Mobilfunk-Empfang auch auf dem Boden Sinn, den Flugmodus zu aktivieren. Ob in der Wildnis oder im Betonbunker: Wenn das Gerät nicht ständig versucht, eine Verbindung herzustellen, kommt das der Batterie zugut.

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> Einstellungen. bild: watson

Wer zwar auf die Handy-Verbindung, nicht aber aufs Internet verzichten will, kann WLAN auch bei aktiviertem Flugmodus nutzen.

Dafür lohnt es sich auch, Bluetooth zu deaktivieren.

8. Display-Beleuchtung: Weniger ist mehr

Die Beleuchtung des Bildschirms kann einen massiven Einfluss auf den Stromverbrauch des iOS-Geräts haben. Darum lohnt es sich, die Helligkeit so weit wie möglich herunterzuschrauben.

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Wenn man am unteren Display-Rand nach oben wischt, wird das Kontrollzentrum eingeblendet. bild: watson

Die Augen gewöhnen sich relativ schnell an die neuen Lichtverhältnisse.

9. Batterieanzeige: Etwas für Kontrollfreaks

Dieser Tipp des Apple-Experten mag zunächst verwundern: Er rät, die Batterieladung nicht in Prozent anzuzeigen.

Die entsprechende Geräte-Einstellung namens «Batterieladung in %» findet man unter > Allgemein > Benutzung.

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> Einstellungen > Allgemein > Benutzung. bild: watson

Begründung: Viele iOS-Nutzer seien viel zu sehr damit beschäftigt, den Akku ihres Geräts im Auge zu behalten. Durch wiederholtes Überprüfen der Batterieladung werde die Situation definitiv nicht besser, sondern schlimmer. «Hör auf, dir Sorgen zu machen und geniesse das Leben», rät der Techniker. «Zwar wird der Kontrollfreak in dir ausflippen, wenn du es die ersten Tage ausprobierst, aber du gewöhnst dich daran.»

Und wenn alles nichts hilft?!

Vielleicht ist der Akku defekt. Erst kürzlich sorgte Apple mit einer Umtausch-Aktion für Schlagzeilen: Weltweit wurde «eine kleine Anzahl» von Geräten aus der iPhone-5-Reihe kostenlos ersetzt.

Aber auch wenn das eigene Gerät gemäss Seriennummer nicht betroffen ist, kann sich ein Besuch im Apple Store lohnen.

NEW YORK, NY - APRIL 22:  Apple Genius bar employees assist customers at the company's Fifth Avenue store on Earth Day in Midtown Manhattan on April 22, 2014 in New York City. The store is one of at least 120 Apple stores currently powered by renewable energy. To coincide with Earth Day, Apple announced it's offering free recycling of all of its used products. Employees wore green shirts for the occasion.  (Photo by John Moore/Getty Images)

Bild: Getty Images North America

Laut Scotty Loveless können die Apple-Techniker seit diesem Jahr einen neuen und aufschlussreichen Batterie-Test durchführen. Dieser dauere wenige Minuten, sei aber erst ab iPhone 5 und neuer möglich.

Via Pocketgamer

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