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Ein Professor zerpflückt den Tesla Roadster und Musk geht in die Luft

Tesla Düsen
Ein Tesla hebt ab. bild: tesla

Ein Professor zerpflückt Teslas Raketen-Auto und Elon geht in die Luft

19.10.2026, 13:1319.10.2026, 14:17

Andere Hersteller mögen inzwischen bessere oder günstigere E-Autos bauen, aber wenn es darum geht, einen Marketing-Stunt abzuziehen, bleibt Elon Musk unübertroffen: Teslas Roadster-Prototyp fährt eine Rampe hoch, hängt kopfüber, wirbelt mit einer Pirouette durch die Luft und landet wieder auf dem Boden.

Tesla Roadster: Auch die Rocket-Variante mit Kaltgas-Triebwerkssystem soll laut Musk gebaut werden.Video: watson/Mira Wecker

Bei einer zweiten Demonstration fliegt das Auto ohne Rampe über fünf Tesla-Modelle. Ein technisch aufwendiges Spektakel für Fans und Investoren, das vergessen machen soll, dass der ursprünglich 2017 angekündigte Roadster bis heute ein Phantom blieb.

Was Musk in Rage brachte

Während Fans den PR-Coup feiern, holt der Elektroingenieur und renommierte Informatik-Professor Yann LeCun das fliegende Auto auf den Boden der Realität zurück. Denn das Problem bleibt die Physik. Ein Serienfahrzeug, das genug Druckluft an Bord hat, um derartigen Schub zu erzeugen, müsste enorme Kompromisse beim Gewicht, beim Ladevolumen und bei den Ladeanforderungen eingehen.

Man könne ein Auto «für ein paar Sekunden schweben lassen, wenn man bereit ist, den Beifahrersitz durch einen 400-Liter-Hochdrucktank zu ersetzen». Aber das sei «nicht der Weg zu echten fliegenden Autos». Teslas fliegender Prototyp sei daher eine «nette Demo, aber völlig unpraktikabel», so LeCun. Elon Musk sei dies natürlich auch bewusst.

Musks Antwort kam postwendend: «Ich furze in deine allgemeine Richtung!»

LeCuns Replik: «Aus einem Bauch unter Hochdruck könnte dich dein Furz vielleicht nach oben und vorne anschieben. Wenn man so darüber nachdenkt, wird dein Auto genau so angetrieben.»

Yann LeCun und Elon Musk geben sich Saures.
Yann LeCun und Elon Musk geben sich Saures.bild: twitter

Darauf wurde LeCun von Musk-Fans auf Twitter hart angegangen. LeCun liess sich davon nicht unterkriegen und stellte klar:

«Ich bin definitiv nicht gegen Leistung und habe echte Erfolge – auch von Elon – nie kritisiert. Ich besitze sogar zwei Teslas. Ich entlarve aber Marketing-Gags, die zwar vordergründig cool wirken, aber nicht die Errungenschaften sind, als die sie dargestellt werden.»
Yann LeCun, Informatik-Professor an der New York University (NYU)

Musk hatte zuvor getwittert: «Es stellt sich heraus, dass die Zukunft tatsächlich fliegende Autos hat.»

Wie üblich, wenn jemand Musk widerspricht, stürzte sich umgehend eine Armada von Musk-Unterstützern auf den Kritiker. Der Tenor: «Was hast du denn jemals erreicht?»

Die Frage dürfte an LeCun abperlen wie Wasser an einer Lotusblüte: Er ist einer der weltweit führenden KI-, Machine-Learning- und Robotik-Forscher sowie Preisträger des Turing Award, der höchsten Auszeichnung in der Informatik, vergleichbar mit dem Nobelpreis.

Kritik wegen hoher Anzahlungen

Kritik an Tesla wurde auch laut, weil das Unternehmen wie beim 2017 vorgestellten und nie ausgelieferten Roadster bereits wieder hohe Anzahlungen entgegennimmt.

Den nun gezeigten Roadster soll es dereinst in drei Ausführungen geben: Performance, Thrust und Rocket. Bereits für die Thrust-Variante mit Saugsystem wird eine Anzahlung von 245'000 Euro fällig. Nur die Rocket-Version mit Kaltgas-Triebwerkssystem kann kurze Strecken in der Luft zurücklegen. Eine Strassenzulassung für das Raketenauto ist aber nicht absehbar. Es könnte höchstens auf Privatgelände genutzt werden.

(oli)

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