Elon Musks fliegendes Auto: Der Tesla-Chef fährt uns zurück in die Vergangenheit
Was für eine Woche für Elon Musk! Der reichste Mann der Erde startete sie, indem er versehentlich seine Adresse und die letzten Ziffern seiner Kreditkarte veröffentlichte. Er postete auf «X» ein Bild einer Lego-Bausatz-Bestellung und vergass dabei, seine persönlichen Informationen zu schwärzen.
Dann sorgte er für einen Aufschrei, als sein Unternehmen «Starlink» die Satellitennutzung für die Ukraine drosselte, weil die US-Regierung sich derzeit in einem Streit mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyi befindet. Am Freitag präsentierte Musk dann einen spektakulären neuen Tesla, der Wände hochfährt und gar kurz fliegen kann.
Damit zeigt sich einmal mehr, wie nahe Genie und Wahnsinn sind. Wäre der Tesla-Chef so erfolgreich, wenn er nicht auch immer wieder die verrücktesten Dinge täte? Hätte er als Normalo ebenfalls Fortschritt in Raumfahrt und Autoindustrie bringen können? Wohl kaum. Doch ein anderer Aspekt ist bemerkenswert.
Bis in die 2000er-Jahre trieb der Staat den Fortschritt für die Menschheit voran. Mondlandung, Internet, GPS – alles von staatlichen Akteuren realisiert. Seit den 2010er-Jahren kommt der Fortschritt mit KI, Medizin und Raumfahrt aber eher von Privaten, angekurbelt von Milliardären wie Musk. Darüber kann man sich einerseits freuen. Schliesslich muss dafür kein Steuergeld aufgewendet werden und im Falle von Misserfolgen haftet nicht die Allgemeinheit. Dass der Staat auch nicht immer die verlässlichere Alternative ist, beweist Donald Trump zudem zur Genüge.
Die Lage der Ukraine zeigt dennoch, dass die Entwicklung auch eine Gefahr mit sich bringt. Millionen von Ukrainern müssen täglich hoffen, dass Elon Musk nicht mit dem falschen Fuss aufsteht und ihnen die Satelliten abdreht. Selbst Sonnenkönig Louis XIV. hätte von so viel Macht über das Schicksal anderer nur träumen können. (schweizheute.ch)
