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Hackerangriff auf PK Softech AG: EDÖB startet formelle Untersuchung

Adrian Lobsiger, Eidgenoessischer Datenschutz- und Oeffentlichkeitsbeauftragter, kommentiert den 30. Taetigkeitsbericht 2022/23 des EDOeB, am Dienstag, 27. Juni 2023 in Bern. (KEYSTONE/Alessandro dell ...
Adrian Lobsiger, Eidgenössischer Datenschutzbeauftragter, muss sich mit der Ransomware-Attacke gegen einen Software-Lieferanten des Bundes beschäftigen.archivBild: keystone

Nach Pensionskassen-Datendiebstahl: Oberster Datenschützer startet Untersuchung

Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte (EDÖB) hat eine formelle Untersuchung zum Hackerangriff auf die IT-Entwicklerfirma PK Softech lanciert.
23.10.2026, 15:2023.10.2026, 15:46

Der Hackerangriff auf die Baselbieter Software-Entwicklerfirma PK Softech AG und der damit verbundene Datendiebstahl werden nun von der obersten Schweizer Datenschutzbehörde untersucht. Der EDÖB informierte am Freitag in einer Mitteilung auf seiner Website über den Schritt.

«Von der Durchführung einer formellen Untersuchung gegen dieses Unternehmen wegen Verdachts auf Verletzung von Datenschutzvorschriften erwartet der EDÖB, einerseits ein Gesamtbild über die Personendaten zu gewinnen, welche die betroffenen Pensionskassen dem Software-Unternehmen zur Verfügung stellten.

Andrerseits gilt es die rechtlichen Rahmenbedingungen dieser Datenübertragungen und deren tatsächliche Umsetzung wie auch den Umfang der abgeflossenen Informationen zu klären.»
quelle: edoeb.admin.ch

Im Zuge des von der PK Softech AG gemeldeten Cyberangriffs seien «Daten von mehreren bedeutenden Vorsorgeeinrichtungen der 2. Säule abgezogen» worden, für die das Unternehmen Software-Lösungen bereitstellte.

Die Untersuchung wurde laut Mitteilung am Donnerstag gestartet.

Zuvor sei am 14. Oktober bei der Pensionskasse des Bundes (Publica) eine informelle Vorabklärung eingeleitet worden.

Seitens PK Softech AG und Publica wurde bislang nicht über das Ausmass des Datendiebstahls informiert.

Auf Anfrage von watson erklärt Publica:

«Die Abklärungen laufen weiterhin. Die Analysen sind komplex und müssen sorgfältig durchgeführt werden. Das benötigt entsprechend Zeit.»
Beatrice Rychen, Leiterin Unternehmenskommunikation

Der Umfang der tatsächlich abgeflossenen Daten und die Anzahl der betroffenen Personen seien weiterhin nicht geklärt, teilt die Publica-Sprecherin mit.

Die von der Ransomware-Bande Akira attackierte Software-Firma schreibt auf ihrer Website:

«Nach heutigem Kenntnisstand muss davon ausgegangen werden, dass Daten aus unseren Systemen abgeflossen sind. Die Art und der genaue Umfang der Daten sind Gegenstand der laufenden Abklärungen.»
quelle: pksoftech.ch

Weitere Auskünfte «zu hängigen Verfahren können zurzeit nicht erteilt werden», heisst es seitens EDÖB.

Berüchtigte Cyberkriminelle

Beim Cyberangriff auf den IT-Dienstleister der Pensionskasse des Bundes sind laut «Tages-Anzeiger»-Recherchen persönliche Daten von praktisch allen Bundesangestellten in die Hände der berüchtigten Hackergruppe Akira gelangt.

Der Bundesrat und die Sicherheitsbehörden gingen inzwischen davon aus, dass Daten von weit über 100'000 ehemaligen und aktuellen Mitarbeitenden des Bundes und bundesnaher Betriebe gestohlen worden seien.

Die Cyberkriminellen hätten die Informationen Ende September bei der PK Softech AG erbeutet und forderten nun Lösegeld. Bei einer ausbleibenden Zahlung drohten sie mit der Veröffentlichung oder dem Verkauf der Daten.

Quellen

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