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Datenklau beim Bund könnte Mitarbeitende im Ausland gefährden

Datenklau beim Bund könnte Mitarbeitende im Ausland gefährden – Schlagzeilen vom Sonntag

Ein Datenleck bei einem externen Anbieter der Pensionskasse Publica könnte für Bundesangestellte Folgen haben. Zudem sind die Covid-Kontrollen des Bundes abgeschlossen, während ein dänisches AKW-Start-up seinen Hauptsitz nach Zug verlegen will. Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
18.10.2026, 05:5918.10.2026, 05:59

Datenklau könnte Bundesangestellte gefährden

Der Bund hat nach einem Datenklau bei einem externen Software-Anbieter der Pensionskasse Publica gemäss «SonntagsBlick» hohe Risiken festgestellt. Er geht von erheblichen Schäden und längerfristigen Auswirkungen für gegenwärtige wie pensionierte Beschäftigte des Bundes aus, wie die Zeitung schrieb. Finanzministerin Karin Keller-Sutter habe am Mittwoch eine entsprechende Informationsnotiz in den Bundesrat eingebracht. Besonders betroffen seien die «Sicherheitsorgane des Bundes», hiess es laut «SonntagsBlick» darin. Der Bund warne intern, dass bestimmte Mitarbeitende von Behörden anderer Länder erkannt, vertieft befragt oder im Extremfall festgesetzt werden könnten. Der Staatssekretär für Sicherheitspolitik, Markus Mäder, habe einen geheimen Auftrag erhalten. Das Verteidigungsdepartement wollte sich laut «SonntagsBlick» dazu nicht äussern.

Der Hauptsitz der Pensionskasse des Bundes Publica am Donnerstag, 8. Oktober 2026 in Bern. Die Publica gehoert zu den groessten oeffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen des Landes. Bei einem Cybe ...
Der Hauptsitz der Pensionskasse des Bundes Publica.Bild: KEYSTONE

Bund beendet Covid-Kontrollen

Die Kontrollen vor Ort im Zusammenhang mit mutmasslich missbräuchlich verwendeten Kurzarbeitsentschädigungen während der Corona-Pandemie sind laut «SonntagsBlick» abgeschlossen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) zog demnach eine positive Bilanz: «Für jeden eingesetzten Franken konnten acht Franken zurückgefordert werden.» Bei genauerer Betrachtung seien die Zahlen nicht ganz so eindeutig, schrieb «SonntagsBlick». Die internen Kosten seien darin nicht enthalten. Zudem heisse zurückgefordert nicht zurückerhalten. Ende 2025 seien noch 133,7 Millionen Franken offen gewesen. Die Arbeitslosenkassen werden gemäss der Zeitung nicht alle unrechtmässig bezogenen Gelder zurückerhalten. Denn einige Firmen seien in Konkurs gegangen.

EDA hielt kritisches EU-Gutachten zurück

Das Aussendepartement hat laut der «SonntagsZeitung» ein kritisches Gutachten zu den Ausgleichsmassnahmen in den EU-Verträgen zunächst nicht veröffentlicht. Gegner der EU-Verträge warfen dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vor, die Untersuchung wegen ihres Inhalts zurückgehalten zu haben, wie die Zeitung schrieb. Das EDA habe zu den Ausgleichsmassnahmen im Streitfall zwei Gutachten erstellen lassen. Der zunächst zurückgehaltene Bericht sei noch während den Sondierungsgesprächen entstanden, schrieb die Zeitung. Er beurteile die EU-Verträge nicht direkt. Das EDA teilte mit, dass man auf eine Publikation verzichtet habe, um die Verhandlungsposition nicht zu schwächen. Die Untersuchung stufe die «Aussetzung von Zugeständnissen» in internationalen Marktzugangsabkommen – zumindest umgangssprachlich – als «Sanktionen» ein, schrieb die «SonntagsZeitung». Die zweite und direkt publizierte Untersuchung beurteile Ausgleichsmassnahmen weniger drastisch.

Bundesrichter sollen genauer geprüft werden

Die Sozialkompetenz von potenziellen Bundesrichterinnen und -richter soll gemäss der «NZZ am Sonntag» künftig seriöser abgeklärt werden. «Wir prüfen eine Anpassung des Auswahlverfahrens», sagte der Präsident der Gerichtskommission und Luzerner Mitte-Nationalrat Leo Müller der Zeitung. Unter Wahrung der Diskretion sollen laut ihm in Zukunft auch unabhängige Referenzauskünfte eingeholt werden können. Heute holt die Kommission nur Referenzen bei jenen Personen ein, die die Bewerberinnen und Bewerber selbst angaben, wie die Zeitung schrieb. Die Gerichtskommission werde sich in einer der nächsten Sitzungen damit befassen.

Schweizer Lobbyisten stark in Brüssel vertreten

Schweizer Firmen und Organisationen lobbyieren nach Angaben der «NZZ am Sonntag» in Brüssel stärker als viele Akteure aus EU-Ländern. 387 Firmen, Verbände und andere Organisationen aus der Schweiz sind in Brüssel registriert, wie die Zeitung aus Zahlen der Organisation Lobby Facts entnahm. Nur neun EU-Länder haben demnach mehr eingetragene Organisationen. An der Spitze stehe Belgien mit 2784 registrierten Akteuren. Der hohe Bedarf an Lobbyarbeit zeigt laut der «NZZ am Sonntag», wie viele Bereiche der EU-Regulierungen Schweizer Unternehmen betreffen. Wirtschaftsvertreter seien sich aber nicht einig, ob und wie die EU-Verantwortlichen Inputs aus der Schweiz berücksichtigen würden.

Schweizer KI-Talente wandern zu US-Konzernen ab

Ein grosser Teil der Absolventen des ETH AI Center wechseln gemäss der «NZZ am Sonntag» zu grossen Techkonzernen. Für die digitale Souveränität der Schweiz sei das ein Problem, sagte Andreas Krause, Leiter des ETH AI Center, zur Zeitung. «Wenn unsere klügsten Köpfe für amerikanische Konzerne arbeiten, liegt die Kontrolle über die Technologie letztlich in den USA», sagte er. Die Big-Tech-Firmen haben Standorte in Zürich. Dadurch hielten die Unternehmen Spitzenkräfte im Land, teilte die ETH Zürich mit. Für mehr Unabhängigkeit brauche es mehr Investitionen in eigene KI-Infrastruktur, forderte die Hochschule. «Wir haben ein grosses Vertrauensdefizit gegenüber künstlicher Intelligenz», sagte der Präsident der Lausanner Wirtschaftshochschule IMD, David Bach, zu «SonntagsBlick». Entscheidend sei nicht nur, an der ETH oder EPFL die besten KI-Forschenden zu haben, sondern hiesige Unternehmen voranzubringen.

Darius Foodeei, ein ETH-Student kurz vor dem Master in Informatik, arbeitet an einem Unitree-Roboter und programmiert ihn im ETH Robotics Club im Hangar des Innovation Parks Zuerich fotografiert am Do ...
Ein ETH-Student kurz vor dem Master in Informatik, arbeitet an einem Unitree-Roboter.Bild: KEYSTONE

Dänisches AKW-Start-up zieht nach Zug

Das dänische AKW-Start-up Copenhagen Atomics plant gemäss Tamedia, seinen Hauptsitz von Kopenhagen in den Kanton Zug zu verlegen. Das bestätigte der Chef und Mitgründer des Unternehmens, Thomas Jam Pedersen, wie die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» schrieben. Der Umzug erfolge unabhängig vom Resultat der Abstimmung zum AKW-Neubauverbot im Februar 2027. Grund für den neuen Firmensitz sei, dass die Europäische Union «überreguliert und industriefeindlich» sei, sagte Pedersen. Bereits länger bekannt ist, dass das dänische Unternehmen gemeinsam mit dem Paul Scherrer Institut seinen Reaktor in der Schweiz testen will. Ab 2031 will Copenhagen Atomics kommerzielle Reaktoren in Serie produzieren, wie Pedersen der «SonntagsZeitung» sagte.

Churer Theologieprofessor freigestellt

Der Churer Bischof Joseph Bonnemain hat laut Informationen von «SonntagsBlick» einen Professor der Theologischen Hochschule Chur freigestellt. Der Entscheid sei bereits am 10. September gefallen. Es läuft eine externe Untersuchung, wie die Zeitung schrieb. Dem Professor werde Mobbing und mutmasslicher Machtmissbrauch vorgeworfen. Das erfuhr «SonntagsBlick» aus dem Umfeld der Hochschule. (sda)

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