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Vor KI-Gipfel in Genf: Nationalräte fordern strengere KI-Regulierung

Bundesrat Albert Roesti spricht waehrend der Herbstsession der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 1. Oktober 2026 im Staenderat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Auch bei Social Media setzt sich der Schweizer Medienminister gegen strenge Regeln ein.Bild: keystone

Bundesrat Rösti will schwache KI-Regulierung – nun wächst der Druck aus der Politik

Der Bundesrat hat den KI-Gipfel 2027 nach Genf geholt. Nun fordern Nationalrätinnen und Nationalräte aus allen Fraktionen, dort müsse man die globalen KI-Risiken ins Zentrum stellen.
02.10.2026, 13:2902.10.2026, 13:29

In einem gemeinsamen Vorstoss verlangten Nationalrätinnen und Nationalräte aus allen sechs Fraktionen vom Bundesrat, das Ambitionsniveau für den Gipfel zu erhöhen, wie aus einer Medienmitteilung vom Freitag hervorging.

Die Schweiz könne eine sehr wichtige Rolle im globalen Umgang mit künstlicher Intelligenz (KI) spielen. Dafür reiche die Rolle der guten Gastgeberin nicht aus. Es brauche mehr Ressourcen und eine explizite Zielvorgabe, um auf überprüfbare Ergebnisse hinzuarbeiten.

Die Fähigkeiten von KI-Systemen entwickelten sich rasant, während die Kontrollinstrumente hinterherhinkten. Nationalrat Gerhard Andrey (Grüne/FR) warnte davor, die Lage zu unterschätzen.

Der Umgang mit extremen Risiken sei besonders dringlich. Auch die Kriegsführung verändere sich grundlegend durch automatisierte Cyberangriffe und autonome Waffen, betonte Nationalrätin Isabelle Chappuis (Mitte/VD).

«Noch nie hat sich eine Technologie so schnell entwickelt wie KI. Wer glaubt, die Tech-Konzerne können sich selbst zügeln, unterschätzt die Lage. Für die Menschheit ist das ein kritischer Moment, und die Schweiz hat es in der Hand, ihn mitzugestalten.»
Gerhard Andrey, Grünen-Nationalrat

Rösti will minimale Regulierung

Der Bundesrat hatte zuvor seine strategische Ausrichtung für den Gipfel festgelegt. Im Zentrum stehen laut Regierung die Nutzung von KI als Treiber für Innovation sowie die Voraussetzungen für eine vertrauenswürdige Entwicklung.

Bundesrat Albert Rösti will die Schweiz als Forschungs- und Innovationsstandort präsentieren. Eine Regulierung solle minimal sein, um Innovationen nicht zu behindern.

Rösti vertritt die Position, dass zu scharfe Regeln den technischen Fortschritt und den Innovationsstandort Schweiz behindern würden. Ein grosser Teil der Verantwortung müsse daher bei den Unternehmen selbst liegen.

«Es ist Aufgabe der UNO, eine minimale Governance zu präsentieren», sagte Rösti im Juli. Seiner Ansicht nach sollte die Branche vor allem ein System zur Zertifizierung von Unternehmen einführen, das gute Praktiken ausweist.

Das Gipfeltreffen findet am 21. und 22. Juni 2027 in Genf statt. Die Schweiz lädt als fünftes Gastland vor allem die für KI zuständigen Ministerinnen und Minister ein anstelle von Staats- und Regierungschefs. Frühere KI-Gipfel fanden im Vereinigten Königreich, in Südkorea, Frankreich und Indien statt.

Quellen

(dsc)

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