DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Der Facebook-Chef hat ein bekanntes Konkurrenzprodukt installiert – und muss sich deswegen im Internet Spott und Häme gefallen lassen.
Der Facebook-Chef hat ein bekanntes Konkurrenzprodukt installiert – und muss sich deswegen im Internet Spott und Häme gefallen lassen.Bild: keystone

Mark Zuckerberg nutzt Signal-App, wie seine bei Facebook geleakte Handynummer beweist

06.04.2021, 18:0907.04.2021, 12:02

Ein Sicherheitsforscher hat am Oster-Wochenende via Twitter publik gemacht, dass der Facebook-Gründer und CEO, Mark Zuckerberg, die Messenger-App Signal nutzt.

Dave Walker twitterte:

«Mark Zuckerberg respektiert auch seine eigene Privatsphäre, indem er eine Chat-App verwendet, die eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung hat und nicht im Besitz von Facebook ist.»
quelle: twitter

Die Facebook-Mitgründer Chris Hughes und Dustin Moskovitz gehörten ebenfalls zu den betroffenen Nutzern, deren persönliche Informationen bei einer grossen Facebook-Datenpanne leakten und im Internet veröffentlicht wurden (siehe unten).

Die Konkurrenz spottet

Die Signal-Stiftung, die mit ihrer Messenger-App zu den WhatsApp-Konkurrenten gehört, hat in der Nacht auf Dienstag mit einem ironischen Tweet reagiert. Darin wird auf die Deadline Bezug genommen, die das zum Facebook-Konzern gehörende Unternehmen den User vorgegeben hat. Bis am 15. Mai 2021 sollen über 2 Milliarden WhatsApp-User weltweit neuen Nutzungsbedingungen zustimmen.

Screenshot: Twitter

Signal gelte als Goldstandard in Sachen verschlüsselter Kommunikation, konstatiert golem.de in einer aktuellen Analyse. Das Protokoll implementiere eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die als vorbildlich gelte und vielfach von Kryptographen begutachtet wurde. Der Quellcode des Messengers sei öffentlich verfügbar und stehe unter einer freien Lizenz, jeder könne ihn begutachten und bei Bedarf verändern.

Doch muss sich Signal bezüglich Transparenz nun Kritik gefallen lassen: Seit knapp einem Jahr sei der öffentliche Code des Signal-Servers nicht mehr aktualisiert worden – auf den Servern laufe eine andere Version, kritisiert golem.de.

Bemerkenswert sei, dass Signal seinen Schritt nicht erkläre. Keine der Nutzerfragen im Forum von Signal und auf Github seien von Mitgliedern des Signal-Teams beantwortet worden. Golem habe bei der Pressestelle von Signal nachgefragt und ebenfalls keine Antwort erhalten.

Da Signal Ende-zu-Ende-verschlüsselt sei, hänge die Sicherheit nicht vom Server-Code ab. Ohne Folgen bleibe der nicht mehr offene Server-Code dennoch nicht. So sei es beispielsweise nicht mehr möglich, einen eigenen Signal-Server zu betreiben oder das Gesamtsystem für eigene Software weiterzuverwenden (zu «forken», wie IT-Spezialisten sagen).

Update 7. April: Die Entwickler von Signal haben eine aktuelle Version ihres Server-Codes auf Github veröffentlicht, wie das deutsche Techportal golem.de berichtet.

Auch betroffen?

Facebooks Datenleck, das aufs Jahr 2019 zurückgeht, sorgte über das lange Oster-Wochenende für Aufregung. watson hat darüber berichtet, dass persönliche Daten von 533 Millionen Facebook-Usern im Web veröffentlicht wurden. Über diese (sichere) Online-Formular-Abfrage kannst du schnell herausfinden, ob deine Mobilfunknummer dazu gehört.

IT-Sicherheitsforscher Walker konnte seine Schadenfreude nicht verbergen und liess einen Tweet folgen, in dem er Journalisten empfahl, sie könnten ja Zuckerberg auf die geleakte Mobiltelefonnumer anrufen, falls sie auf anderem Weg keine Stellungnahme von Facebook erhielten.

Die umstrittenen neuen WhatsApp-Nutzungsbedingungen haben Millionen Smartphone-User veranlasst, Messenger-Apps wie Signal oder Threema zu installieren.

Bleibt anzumerken, dass es für den Chef eines Technologie-Konzerns definitiv nichts Aussergewöhnliches ist, (auch) die Produkte der Konkurrenz zu verwenden.

PS: Eine der sichersten Messenger-Apps kommt aus der Schweiz 😉

Quellen

(dsc)

Dieser iPhone-Bug ist genial praktisch

Video: watson
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

23 Bilder, die das Internet verbieten sollte

1 / 25
23 Bilder, die das Internet verbieten sollte
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Müssen wir nun alle WhatsApp löschen oder worum geht es eigentlich?

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

37 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Bejat
06.04.2021 19:25registriert Oktober 2015
Liebe Leuts von Watson:
Ein Grund mehr, endlich vorwärts zu machen und einen Button für das Teilen und Weiterleiten Eurer Artikel auf Signazu realisieren.
Ihr habt lange genug schon gegen FB geätzt. Jetzt müsst / sollt Ihr liefern!
44111
Melden
Zum Kommentar
avatar
Clife
06.04.2021 18:50registriert Juni 2018
Mir reichts ich lösche sämtlichen Sozialen Medien, deren Unternehmen sich nicht im Griff haben
1328
Melden
Zum Kommentar
avatar
Sarkasmusdetektor
06.04.2021 19:39registriert September 2017
Na ja, dass Zuckerberg eine App der Konkurrenz installiert hat, ist ja zu erwarten. Er wäre ja blöd, wenn er nicht selbst ausprobieren würde, was die so machen. Das heisst noch lange nicht, dass er sie auch regelmässig benutzt.
14636
Melden
Zum Kommentar
37
Bund könnte «Chatkontrolle» durch die Hintertür einführen, warnt Schweizer Piratenpartei
Unabhängige IT-Spezialisten, Politiker und Juristen zeigen sich besorgt: Über eine Verordnung, die der Bund ändern will, sei die abhörsichere Verschlüsselung von Messenger-Diensten gefährdet.

Ob Threema, Signal oder Protonmail: Sie alle nutzen sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, um die digitale Kommunikation der Nutzerinnen und Nutzer zu schützen.

Zur Story