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Donald Trump stürzt mit Rede Slowenien ins Chaos

Lake Bled in Slovenia BLED, SLOVENIA - MAY 22: An aerial view shows the turquoise waters and forested shoreline of Lake Bled at the foothills of the Julian Alps in Bled, Slovenia, on May 22, 2026. Muh ...
Das türkisfarbene Wasser im Vordergrund, die Julianischen Alpen dahinter: Normalerweise geht es in Slowenien betulich zu und her.Bild: imago-images.de

Wie Donald Trump einen digitalen Ansturm auf Slowenien auslöste

Äusserungen des US-Präsidenten zu KI haben einen Ansturm auf slowenische Domains ausgelöst. Es sind eigentlich nur zwei Buchstaben – doch sie sorgten in dem Alpenstaat für digitales Chaos.
30.09.2026, 07:1630.09.2026, 07:41
Christoph Cöln / t-online
Ein Artikel von
t-online

Seit US-Präsident Donald Trump ankündigte, künstliche Intelligenz künftig «Superintelligenz» nennen zu wollen, boomt eine unerwartete Domain-Endung: das Kürzel «.si». Es ist das offizielle Länderkürzel Sloweniens.

Trump hatte vor gut einer Woche bei der UN-Vollversammlung in New York gesagt, dass er den Begriff KI (englisch AI) für Künstliche Intelligenz unpassend finde, weil diese die Technologie als «fake» erscheinen lassen. Stattdessen wolle er weltweit den Begriff «Superintelligenz» einführen, kurz: SI. Und .si ist nun mal die Domain-Endung des Geburtslandes von First Lady Melania Trump: Slowenien.

Die Folge: Bei der zuständigen slowenischen Behörde gingen plötzlich rund 3700 neue Domain-Anmeldungen pro Tag ein. Zum Vergleich: Im gesamten Monat August waren es gerade einmal 3500. Die Gesamtzahl der .si-Adressen stieg auf über 220'000, wie register.si angibt, Sloweniens Behörde für die Verwaltung und Vergabe slowenischer Domainnamen. Die Behörde verwies darauf, dass diese Entwicklung nach Trumps Äusserung begonnen habe.

Eine si.-Domain kostet nur elf Dollar

Trump hatte in seiner Rede behauptet, der Begriff «Künstliche Intelligenz» klinge «falsch», «Superintelligenz» hingegen sei «viel besser» und «viel akkurater». Die US-Regierung werde den neuen Begriff künftig offiziell verwenden.

First lady Melania Trump attends a tea with President Donald Trump, China's President Xi Jinping and his wife Peng Liyuan in the Red Room of the White House, Friday, Sept. 25, 2026, in Washington ...
First Lady Melania Trump ist gebürtige Slowenin.Bild: keystone

Neben seriösen Unternehmen mischen offenbar auch Spekulanten kräftig mit. Das IT-Sicherheitsunternehmen Netcraft stellte fest, dass der erste Registrierungsschub bereits vor Trumps UN-Auftritt einsetzte – ausgelöst durch eine Umfrage auf seiner Plattform Truth Social am 19. September. Mehr als 50 Prozent der damals über die Plattform Dynadot gekauften .si-Domains landeten direkt im Weiterverkauf. Kein Wunder: Eine .si-Domain kostet rund elf Dollar pro Jahr – deutlich weniger als die rund 180 Dollar für eine .ai-Domain.

Amt weist Spekulationen auf Millionengewinne zurück

«Trotz der stark gestiegenen Anzahl von Anfragen an alle Registersysteme laufen alle Dienste reibungslos», teilte register.si mit. «In jedem Fall werden wir die Operation sorgfältig überwachen und gegebenenfalls individuelle Massnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass der Betrieb nicht beeinträchtigt wird.»

Das Amt wies zugleich Medienspekulationen über angebliche Millionengewinne aufgrund des gestiegenen Interesses an «.si» zurück und empfahl «Inhabern von Marken, Slogans, Unternehmen usw., die noch keine Domain unter .si besitzen, diese so bald wie möglich zu registrieren.»

Gleichzeitig empfahl sie Markeninhabern und Unternehmen, sich «so schnell wie möglich» ihre .si-Domain zu sichern. Netcraft warnt zudem vor einer wachsenden Cybercrime-Gefahr: Da «s» auf der Tastatur direkt neben «a» liegt, könnten .si-Domains leicht als Tippfehler-Fallen für .ai-Adressen missbraucht werden.

Verwendete Quellen:

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