Digital
International

US-Behörde: Cyberangriff auf US-Regierung ist «ernste Gefahr»

In this Sept. 9, 2020, image provided by the U.S. Air Force, is Marshall Billingslea, special presidential envoy for arms control, center, and National Nuclear Security Administration Administrator Li ...
Die Frau rechts ist Lisa Gordon-Hagerty, sie leitete bis im November die von der Cyberattacke betroffene National Nuclear Security Administration.archivBild: keystone

Hackerangriff auf Atomwaffen-Infrastruktur: US-Regierung spricht von «ernster Gefahr»

17.12.2020, 21:0018.12.2020, 07:32

Die US-Behörde für Cyber- und Infrastruktursicherheit, Cisa, stuft den jüngsten Cyberangriff auf US-Regierungseinrichtungen als «ernste Gefahr» ein. Cisa teilte am Donnerstag in einer Warn-Mitteilung mit, das Entfernen des Angreifers aus betroffenen Systemen werde sich voraussichtlich «hochkomplex» gestalten. Der Hackerangriff dauere mindestens seit März an. Der oder die Täter hätten «Geduld, operative Sicherheit und komplexe Handwerkskunst» bewiesen.

Wer ist betroffen?

Von dem jüngsten Hackerangriff waren diverse US-Ministerien und weitere amerikanische Behörden betroffen, darunter:

  • Department of Energy (DOE)
  • National Nuclear Security Administration (NNSA)

Das DOE und die NNSA seien wichtige Teile der amerikanischen Atomwaffeninfrastruktur, hält «Vice» fest. Die NNSA kümmere sich um die wissenschaftliche und technische Seite der Atomwaffen, einschliesslich der ordnungsgemässen Entsorgung von Kernmaterial, Schulungen zur Bekämpfung des Schmuggels und die Reaktion auf radiologische Katastrophen. Sie sei auch ein beliebtes Ziel für Hacker.

Aber auch der Softwarekonzern Microsoft gehörte zu den Angriffszielen. Dies liessen Behördenvertreter am Donnerstag (Ortszeit) an US-Journalisten durchsickern.

Demnach nutzt auch Microsoft die Netzwerkmanagement-Software des US-Herstellers Solarwinds, die von den Angreifern als Einfallstor verwendet worden war.

Das von der Partei des künftigen US-Präsidenten Joe Biden dominierte US-Repräsentantenhaus teilte am Donnerstag mit, mehrere Ausschüsse und Unterausschüsse hätten eine gemeinsame Untersuchung zu dem Angriff auf den Weg gebracht. Die Attacke «könnte potenziell verheerende Folgen für die nationale Sicherheit der USA haben», hiess es in dem Schreiben der Vorsitzenden mehrerer Ausschüsse der Kammer an Geheimdienstkoordinator John Ratcliffe, an den amtierenden Heimatschutzminister Chad Wolf und an den Chef der Bundespolizei FBI, Christopher Wray.

Sind «normale» Windows-User betroffen?

Das ist nicht bekannt.

Es ist unklar, wie viele Microsoft-Nutzer von dem Angriff in Mitleidenschaft gezogen wurden. Vom Konzern hiess es in einer Stellungnahme, die bisherigen Ermittlungen hätten keine Erkenntnisse geliefert, dass die Hacker die Microsoft-Systeme genutzt hätten, um Kunden zu attackieren.

Wer sind die Angreifer?

Cisa stufte die Attacke als «ernste Gefahr» für die Bundesregierung, für Regierungen von Bundesstaaten und Kommunen, für die kritische Infrastruktur und für Organisationen des Privatsektors ein. Die «Washington Post» und die «New York Times» hatten berichtet, bei den Angreifern handle es sich um Hacker mit Verbindungen zum russischen Geheimdienst. Die russische Regierung wies das zurück.

Wie reagieren die USA?

Der künftige US-Präsident Biden kündigte am Donnerstag an, solche Angriffe würden unter seiner Regierung nicht unbeantwortet bleiben. Verantwortliche würden in Abstimmung mit Verbündeten zur Rechenschaft gezogen werden. «Unsere Gegner sollten wissen, dass ich als Präsident Cyberangriffen auf unsere Nation nicht tatenlos zusehen werde.»

Was über den jüngsten Angriff bekannt sei, sei sehr besorgniserregend. Biden betonte: «Meine Regierung wird Cybersicherheit auf allen Regierungsebenen höchste Priorität einräumen.»

(dsc/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die NSA soll Cyber-Krieger als neuen Chef erhalten
Kommt jetzt die absolute Cyberpunk-Maske?
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Gleich drei Hurrikane im Pazifik – Hawaii und Mexiko bedroht
In einer der bislang aktivsten Hurrikansaisons im Pazifik sind derzeit gleich drei Wirbelstürme unterwegs. Während Mexiko und Hawaii die Entwicklung der Hurrikane «Polo» beziehungsweise «Nolo» eng beobachten, zieht «Odalys» weit von den Küsten entfernt über das Meer, ohne eine Bedrohung für das Festland darzustellen.
Zur Story