Sam Altman redet sich um Kopf und RAM
OpenAI-Chef Sam Altman setzte sich vergangene Woche mit einer unbedachten Aussage in die Nesseln. In einem Podcast sagte er: Er finde es angesichts des weltweit knappen RAM-Angebots «ziemlich schrecklich», dass jeder PC-Nutzer einen Teil des RAM-Bestandes im eigenen Computer habe, «wo er dann nur fünf Prozent der Zeit tatsächlich genutzt wird». In Rechenzentren würde Arbeitsspeicher (RAM) viel effizienter genutzt.
Hintergrund seiner Äusserung ist die Speicherkrise, welche die Preise für Arbeitsspeicher explodieren lässt. Dass manche Nutzer inzwischen lokale KI-Modelle verwenden und somit Geräte mit viel RAM kaufen, statt Cloud-Lösungen zu nutzen, trägt nach Altmans Meinung zur Verschärfung der Situation bei.
Kritiker verstanden Altmans Bemerkung als Vorschlag, die weltweiten RAM-Vorräte besser in KI-Rechenzentren zu verwenden, als sie an private Computer-User zu verschwenden.
Auch in den sozialen Medien kam Altmans Aussage denkbar schlecht an. In Memes wird er als gieriger Tech-Boss verspottet, der dem kleinen Mann seinen RAM nicht gönnt. Inzwischen ruderte Altman zurück und schrieb auf Twitter, Nutzer sollten so viel Arbeitsspeicher in ihre PCs einbauen, wie sie wollten. Seine Aussage sei aus dem Kontext gerissen worden, was «verdammt nervig» sei.
Altmans ursprüngliche Aussage lässt erahnen, dass er die Wut vieler Menschen auf KI-Konzerne und immer neue Rechenzentren unterschätzt. Betreiber von KI-Rechenzentren haben einen Grossteil des weltweiten RAM-Vorrats aufgekauft und damit die Verknappung ausgelöst. Folglich wird Arbeitsspeicher für Private immer teurer – und somit auch Produkte wie Smartphones, Computer oder Spielkonsolen, die viel Arbeitsspeicher benötigen.
(oli)
