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Arbeitsleben: Microsoft testet 4-Tage-Woche und steigert Produktivität

In this photo taken Thursday, July 31, 2014, women walk past the logo for Microsoft in Beijing, China. Chinese regulators have launched a series of anti-monopoly investigations of global automakers an ...
Zwei Frauen passieren das Logo von Microsoft in Beijing, China.Bild: AP/AP

Microsoft testet 4-Tage-Woche – und zieht überraschende Bilanz

Microsoft hat in Japan einen Monat lang die 4-Tage-Woche getestet. In der Folge stieg die Produktivität und der Stromverbrauch reduzierte sich. Es gibt allerdings ein kleines Aber.
04.11.2019, 17:2905.11.2019, 11:51
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Ausgerechnet in Japan, wo Überstunden zum guten Ton gehören, hat Microsoft im August ein Experiment gewagt: Insgesamt 2300 Vollzeit-Mitarbeiter bekamen während eines Monats den Freitag namensgerecht frei.

Das Ergebnis: Im Vergleich zum Vorjahres-Monat stieg die Produktivität um knapp 40 Prozent.

Gemäss der Wirtschaftszeitung Nikkei, die sich auf interne Zahlen beruft, stieg die Produktivität um 39,9 Prozent. Die reduzierte Arbeitszeit muss allerdings nicht zwingend der einzige Faktor für die Produktivitätssteigerung sein. Es könnte auch weitere Gründe wie ferien- oder krankheitsbedingte Abwesenheit 2018 geben.

Begleitende Massnahmen wie etwa eine von der Führungsetage verordnete Maximaldauer von 30 Minuten für Meetings dürfte ebenfalls zur Produktivität beigetragen haben.

Aber nicht nur im Bezug auf die Produktivität hat sich das Experiment gelohnt. Weil am Freitag jeweils die Büros geschlossen waren, reduzierte sich der Stromverbrauch. Und zwar um satte 23,1 Prozent. Und dank den reduzierten Meetings druckten die Angestellten 58,7 Prozent weniger Seiten aus.

Wie findest du die 4-Tage-Woche?

Was meinen die Angestellten?

Nun ja, das dürfte wohl logisch sein: 92,1 Prozent der Angestellten sind gemäss einer internen Umfrage zufrieden mit dem Experiment.

Friede, Freude, Eierkuchen? Nicht ganz: Mitarbeiter aus Support und Sales, die im Kundenkontakt stehen, hatten teilweise Einwände: Für Kunden sei es schlecht, wenn am Freitag niemand erreichbar sei. Weil das Ergebnis aber insgesamt positiv ausgefallen ist, plane man im Winter 2020 einen weiteren Versuch mit einigen Anpassungen.

Übrigens: Auch die Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen empfiehlt in einer Studie die viertägige Arbeitswoche, denn neben der Produktivitätserhöhung hat die Massnahme auch eine positive Auswirkung auf die Gesundheit der Mitarbeiter. (jaw)

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107 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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nokom
04.11.2019 17:40registriert Juni 2018
In der Schweiz geht das nicht. Wir wissen ja alle: "die Wirtschaft".
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Firefly
04.11.2019 17:42registriert April 2016
Naja Support und Sales könnten ja auch gruppenweise die einen am Freitag, die anderen am Montag frei. Das wird den Stromverbrauch wieder etwas lüpfen aber der Rest bleibt. Es gibt immer Lösungen
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Snowy
04.11.2019 17:44registriert April 2016
Und was ist nun die Überraschung am Ergebnis?
Kommen so ziemlich alle Untersuchungen zu dem Schluss.

Jeder, der von 100% auf 80% reduziert hat, kann ein leidvolles Lied darauf singen, dass man innerhalb von 4 Tagen gleichviel wie innerhalb 5 Tagen erledigen kann.
Leidvoll desshalb, weil sich die workload beim 80%-Pensum nicht reduziert, der Lohn allerdings um schmerzliche 20%...!

Ist für mich der Grund, warum ich unter diesen Umständen nicht auf 80% reduzieren werde.

4-Tagewoche könnte in vielen Bereichen ohne grössere Probleme eingeführt werden - mit grossem Benefit für alle Stakeholder!
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