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Im Tiefflug zu zehntausenden Handy-Daten: Die USA haben ihren nächsten Abhörskandal

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bild: Sergei A. Tkachenko/Shutterstock.com
Geheimprogramm enthüllt

Im Tiefflug zu zehntausenden Handy-Daten: Die USA haben ihren nächsten Abhörskandal

14.11.2014, 09:3614.11.2014, 10:15

Eine Behörde des US-Justizministeriums scannt aus der Luft tausende Handys, sowohl von Verdächtigen als auch unbescholtenen Bürgern, indem sie gefälschte Mobilfunkantennen auf Kleinflugzeuge montiert.

Laut einem Bericht des «Wall Street Journal» betreiben die US-Marshals das geheime Programm seit 2007 und lassen Flugzeuge vom Typ Cessna von mindestens fünft US-Grossflughäfen starten. Damit könne ein Grossteil der US-Bevölkerung abgedeckt werden, zitiert die Zeitung gut informierte Kreise.

Die von Boeing hergestellten Geräte, auch «dirtboxes» genannt, simulieren das Signal einer Mobilfunkantenne und erreichen so, dass Handys in Reichweite ihre eindeutigen Identifizierungsdaten preisgeben. Mit einem einzigen Flug können offenbar zehntausende Geräte gescannt werden.

Das US-Justizministerium wollte die Existenz des Programms weder bestätigen noch dementieren, betonte aber, dass man geltendes US-Gesetz einhalte.

Mit dem Programm kann der Standort einer gesuchten Person, deren Handynummer bekannt ist, auf drei Meter genau lokalisiert werden kann. Die zehntausenden Handys unbescholtener Bürger würden nicht weiter gescannt. Obwohl die Technologie imstande wäre, Anrufe zu unterbrechen, würde dies etwa bei Notrufen durch spezielle Software verhindert. 

Der Vorteil aus Sicht der Justizbehörden liegt im Umstand, dass sie sich den Umweg über die Telekommunikationsanbieter sparen können. Unklar ist, ob die Daten unbescholtener Bürger nicht doch gespreichert und später gegen sie verwendet werden. Christopher Soghoian von der NGO American Civil Liberties Union äusserte gegenüber dem «Wall Street Journal» Zweifel, ob den Richtern, welche die entsprechenden Bewilligungen erteilten, die Tragweite des Programms bekannt sei. (kri)

Der NSA-Skandal

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