Pferde-Ringen und Ziegen-Polo? Das sind die Weltspiele der Nomaden in Kirgisistan
Es ist ein für uns etwas ungewohnter Anblick: Männer mit freien Oberkörpern versuchen sich mit speziellen Handgriffen gegenseitig von ihren Pferden zu ziehen, während in einer anderen Arena verschiedene Männer auf den Rücken ihrer Pferde um eine tote Ziege kämpfen. An den Weltspielen der Nomaden werden unter anderem diese beiden traditionellen Sportarten unter tosendem Applaus tausender Zuschauerinnen und Zuschauern ausgetragen.
Insgesamt gibt es 20 Disziplinen. Auch etwas international geläufigere, wie zum Beispiel Bogenschiessen. Seit 2014 finden die «World Nomad Games» in Zwei-Jahres-Turnus statt. Mittlerweile nehmen rund 80 Länder daran teil – auch Nicht-Nomadenvölker wie Deutschland oder Irland.
Die Rückbesinnung auf die nomadische Vergangenheit, wie sie bei den Weltnomadenspielen zelebriert wird, sei allerdings nicht natürlich gewachsen, «sondern bewusst gestaltet», sagt Manja Stephan, Professorin für Zentralasienstudien an der Humboldt-Universität Berlin gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Viele Staaten vermissten nach dem Zerfall der Sowjetunion eine nationale Identität. Die ersten drei in Kirgisistan veranstalteten Spiele verfolgten den politischen Zweck, Kirgistan in der Welt bekannt zu machen.
