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Benin: Freunde des Präsidenten müssen wegen Putchversuch ins Gefängnis

Sie wollten ihren Freund, den Präsidenten von Benin, stürzen, jetzt müssen sie in Haft

30.01.2025, 23:23
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FILE - Benin President Patrice Talon listens to French President Emmanuel Macron after a sining ceremony at the Elysee Palace in Paris, Tuesday, Nov. 9, 2021. (AP Photo/Michel Euler, File)
Patrice Tal ...
Der Präsident von Benin: Patrice Talon. Seine Freunde sind zu Haftstrafen verurteilt worden.Bild: keystone

Im westafrikanischen Küstenstaat Benin sind drei Vertraute des Präsidenten Patrice Talon wegen eines versuchten Staatsstreichs zu jahrzehntelangen Haftstrafen verurteilt worden.

Geschäftsmann Olivier Boko, der als Talons rechte Hand galt, und der frühere Sportminister Oswald Homeky müssen für je 20 Jahre hinter Gitter, urteilte das Strafgericht für Wirtschaftsdelikte und Terrorismus im Regierungssitz Cotonou. Zudem verurteilte das Gericht sie zu einer Geldstrafe von umgerechnet 6,8 Millionen Euro (4,5 Milliarden CFA-Francs) und zu einer Schadensersatzzahlung für den Schaden, der dem Staat entstanden war.

Bokos einflussreicher Schwager Rock Niery wurde in Abwesenheit zu 20 Jahren Haft verurteilt. Von ihm soll das Bargeld in Höhe von mehr als 2,3 Millionen Euro (1,5 Milliarden CFA-Francs) stammen, mit dem der Chef der Leibgarde des Präsidenten bestochen werden sollte. Boko und Homeky wurden im Zusammenhang mit der Übergabe von sechs Säcken voller Banknoten in der Nacht zum 24. September festgenommen. Das Geld soll nun zurück an die Staatskasse gehen, so das Gericht. Niery ist flüchtig.

Staatsanwalt sieht Komplott gegen die Staatssicherheit

Die Verurteilung stützte sich auf verdächtige Zahlungen, mit denen die Staatsanwaltschaft ein Komplott gegen die Staatssicherheit belegt sah. Drei weitere Angeklagte wurden freigesprochen.

Der Unternehmer Talon regiert den Küstenstaat in Westafrika mit rund 14,5 Millionen Einwohnern seit 2016. Während Reformen und Infrastrukturprojekte zu einem Aufschwung geführt haben, leben viele Menschen weiter in Armut. Talon wird zudem vorgeworfen, politische Freiheiten eingeschränkt zu haben. Politiker und Geschäftsleute versuchen, sich in Stellung für Talons Nachfolge nach Ende seiner zweiten Amtszeit 2026 zu bringen.

Staatsstreiche häufen sich seit einigen Jahren in West- und Zentralafrika. Mali, Burkina Faso, der Niger, Guinea, der Tschad und Gabun haben seit 2020 verfassungsfeindliche Machtübernahmen des Militärs erlebt. In mehreren weiteren Staaten gab es Putschversuche. (sda/dpa/lyn)

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