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Korruptionsverdacht in ukrainischer Armee: Minister soll zum Rapport

20.01.2023, Rheinland-Pfalz, Ramstein: Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow kommt zur Ukraine-Konferenz auf der US-Airbase Ramstein. Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEY ...
Verteidigungsminister der Ukraine: Olexij Resnikow. Bild: DPA

Korruptionsverdacht in ukrainischer Armee: Minister soll zum Rapport

Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow muss wegen überteuerten Einkäufen für die Armee zu einer Anhörung. Es besteht Korruptionsverdacht.
21.01.2023, 20:0421.01.2023, 20:04

Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow soll nach offiziellen Angaben vor dem Parlament in Kiew zu Berichten über überteuerte Lebensmittelankäufe für die Armee Stellung nehmen. Resnikow sei zu einer Anhörung geladen, sagte die Vize-Vorsitzende des Rada-Ausschusses für nationale Sicherheit, Verteidigung und Aufklärung, Marjana Besugla, am Samstag im nationalen Rundfunk, Suspilne Media. Zudem werde der Rechnungshof das Verteidigungsministerium unter die Lupe nehmen.

Zuvor hatten Medienberichte in Kiew für Wirbel gesorgt, wonach das Verteidigungsministerium Lebensmittel für die Verpflegung seiner Soldaten zu Preisen ankaufe, die bis zu dreimal so hoch sind wie die Einzelhandelspreise im Geschäft. Bei dem Vertrag über 13 Milliarden Hrywnja (gut 300 Millionen Euro) soll es sich nicht um die Verpflegung der Soldaten an der Front, sondern im Hinterland handeln.

Kampf gegen Korruption

Die Ukraine hatte im Juni, vier Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen das Land, den Status eines EU-Beitrittskandidaten erhalten. Zu den Voraussetzungen für einen Beitritt zählen Rechtsstaatlichkeit und Fortschritte im Kampf gegen die Korruption, wo die Ukraine trotz zahlreicher Anstrengungen in den letzten Jahren immer noch einen der hinteren Plätze weltweit einnimmt.

Bemerkenswert: In Russland deckte die Opposition vor einigen Jahren auch einen Korruptionsskandal um die Verpflegung des Militärs auf. Wie sich herausstellte, gingen die Aufträge grossteils ohne Ausschreibung an den Oligarchen Jewgeni Prigoschin, wegen seiner Nähe zu Kremlchef Wladimir Putin auch bekannt als «Putins Koch». Auswirkungen hatten die Enthüllungen nicht.

Heute ist Prigoschin als Chef der Söldnereinheit Wagner eine der wichtigsten Stützen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und einer der mächtigsten Männer in Moskau. (sda/dpa)

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