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Weissrussland wählt – gewinnen wird Lukaschenko

Eine ältere Frau bei der Wahl bei einem mobilen Wahlposten in Weissrussland
Eine ältere Frau bei der Wahl bei einem mobilen Wahlposten in Weissrussland
Bild: ROMAN PILIPEY/EPA/KEYSTONE

Weissrussland wählt – gewinnen wird Lukaschenko

11.10.2015, 15:3411.10.2015, 15:36

Weissrusslands autoritärer Machthaber Alexander Lukaschenko hat sich bei der Präsidentenwahl eine fünfte Amtszeit zu sichern versucht. Die Abstimmung verlief am Sonntag nach Eindrücken von Beobachtern ruhig.

Lukaschenko gab in der Hauptstadt Minsk seine Stimme ab. Dabei wies er Moskauer Plänen für eine Luftwaffenbasis in Weissrussland erneut zurück. Er werde mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin darüber reden. Aber wenn, wolle Weissrussland die Flugzeuge lieber unter eigener Kontrolle haben.

Alexander Lukaschenko im Wahllokal: Der Machthaber steht vor seiner fünften Amtszeit:
Alexander Lukaschenko im Wahllokal: Der Machthaber steht vor seiner fünften Amtszeit:
Bild: Sergei Grits/AP/KEYSTONE

Zugleich bekräftigte Lukaschenko die Verbundenheit mit dem grossen Nachbarn: «Wir bleiben nicht nur Freundesland für Russland, das ist unser engstes Bruderland.»

Den drei zugelassenen Gegenkandidaten wurden bei der Abstimmung keine Chancen eingeräumt. Die Bewerber Sergej Gajdukewitsch und Nikolai Ulachowitsch gelten als regimetreu.

Der versprengten weissrussischen Opposition nahe steht nur Tatjana Korotkewitsch, die sich als erste Frau um die Präsidentschaft in Weissrussland bewirbt. Prognosen wurden Sonntagabend, offizielle Ergebnisse für Montag erwartet.

Lukaschenko regiert Weissrussland seit 1994 mit Polizeistaatsmethoden. Bei der letzten Präsidentenwahl 2010 hatte er knapp 80 Prozent der Stimmen für sich reklamiert. Danach war es in Minsk zu Unruhen gekommen; Lukaschenko hatte Hunderte seiner Gegner festnehmen lassen. Die EU und die USA verhängten daraufhin Sanktionen.

Kundgebung zugelassen

Als Zeichen einer entspannteren politischen Atmosphäre bei dieser Wahl liess die Polizei am Samstagabend eine nicht genehmigte Kundgebung der Opposition zu.

Trotzdem rechnet die neue Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch noch lange nicht mit einem Ende der Diktatur in ihrer Heimat. «Für die Freiheit braucht es freie Menschen und die gibt es noch nicht», sagte die Weissrussin am Samstag in Berlin. Lukaschenko werde bei der Wahl in jedem Fall bestätigt werden. In Weissrussland komme es nach einem Spruch Stalins nicht darauf an, wer wähle, sondern wer die Stimmen auszähle.

In den vier Tagen vor der Wahl gaben nach offiziellen Angaben schon mehr als 40 Prozent der sieben Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Dieses Verfahren gilt als anfälliger für Manipulationen. Am Sonntagmittag überschritt die Beteiligung die Marke von 50 Prozent, wie die zentrale Wahlkommission in Minsk mitteilte. (sda/dpa/meg)

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