International
Atomwaffen

Nach Äusserungen des geistlichen Oberhauptes des Iran zum Atomabkommen: Golfkooperationsrat kritisiert «inakzeptable Einmischung»

Ayatollah Ali Chamenei, geistliches Oberhaupt des Irans, kündigte an, die Unterstützung für schiitische Oppositionsgruppen in anderen Ländern aufrecht zu erhalten.
Ayatollah Ali Chamenei, geistliches Oberhaupt des Irans, kündigte an, die Unterstützung für schiitische Oppositionsgruppen in anderen Ländern aufrecht zu erhalten.Bild: EPA/PRESIDENTIAL OFFICIAL WEBSITE

Nach Äusserungen des geistlichen Oberhauptes des Iran zum Atomabkommen: Golfkooperationsrat kritisiert «inakzeptable Einmischung»

21.07.2015, 01:5621.07.2015, 03:11

Der Golfkooperationsrat hat dem Iran vorgeworfen, nach Abschluss seines Atomabkommens «widersprüchliche» Signale an die arabischen Staaten auszusenden. Das sagte der Generalsekretär des Staatenzusammenschlusses, Abdellatif al-Sajani, am Montag in Riad.

Der iranische Staatschef Hassan Ruhani habe versprochen, ein «neues Kapitel» in den Beziehungen zu den arabischen Staaten aufzuschlagen. Das geistliche Oberhaupt des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, hingegen habe angekündigt, die Unterstützung für schiitische Oppositionsgruppen in anderen Ländern aufrecht zu erhalten. Damit sende Teheran «widersprüchliche» Signale aus.

Staatschef Ruhani.
Staatschef Ruhani.Bild: Ebrahim Noroozi/AP/KEYSTONE

Chameneis Ankündigung sei ausserdem eine «inakzeptable Einmischung» in die Angelegenheiten der arabischen Staaten, kritisierte al-Sajani. Das geistliche Oberhaupt des Iran verstosse gegen die «Prinzipien guter Nachbarschaft». Die arabischen Golfstaaten würden «weiterhin ihre Interessen verteidigen», fügte al-Sajani hinzu.

Chamenei hatte am Samstag in einer Rede gesagt, der Iran werde weiter seine «Freunde in der Region» unterstützen. Konkret nannte er die syrische und die irakische Regierung sowie die «unterdrückten Völker» im Jemen, in Bahrain und in den Palästinensergebieten.

Einigung im Atomstreit
Die fünf UNO-Vetomächte und Deutschland hatten sich am Dienstag vergangener Woche mit dem Iran auf ein Atomabkommen geeinigt. Die iranische Regierung verpflichtet sich darin zu tiefgreifenden Einschnitten bei der Urananreicherung und akzeptiert umfassende internationale Kontrollen. Im Gegenzug sollen die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Die mehrheitlich sunnitischen arabischen Golfstaaten stehen dem Abkommen skeptisch gegenüber. 
sda/afp

(sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Premierminister Starmer in Not: Andy Burnham gewinnt Nachwahl
Dem britischen Premierminister Keir Starmer droht nach der Nachwahl im Kreis Makerfield mehr denn je das politische Aus. Wie die Auszählung in der Nacht ergab, gewann Starmers potenzieller parteiinterner Herausforderer Andy Burnham den vakanten Parlamentssitz des Bezirks. Als «MP» (Member of Parliament) kann Burnham nun den Premierminister in eine Führungswahl zwingen – und mit dem Rückhalt der Regierungspartei Labour ablösen.
Zur Story