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An aerial view of the Y-12 Plant in Oak Ridge, Tennessee is seen in this U.S. government handout photo released on August 3, 2012. A shocking security breach at what was supposed to be one of the most secure facilities in the United States has put new attention on a proposal to overhaul the way the government oversees its nuclear laboratories and weapons plants. In Congressional hearings scheduled for September 12, 2012, lawmakers are set to probe a July break-in at the facility in Oak Ridge. To match story USA-SECURITY/NUCLEAR REUTERS/National Nuclear Security Administration/Handout  (UNITED STATES - Tags: ENERGY POLITICS MILITARY) FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS - RTR37VAF

Die Atomforschungsanlage Y-12 in Oak Ridge, Tennessee Bild: reuters

Die Geheimwaffe in den Atomverhandlungen: In diesem Wald haben die USA iranische Reaktoren nachgebaut

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Im Atomstreit lassen die USA jeden iranischen Vorschlag von Wissenschaftlern prüfen. Dafür haben sie einem Zeitungsbericht zufolge eine Reaktorkopie hochgezogen. 



Ein Artikel von

Spiegel Online

Mit dieser Anlage können mögliche Fortschritte des iranischen Atomprogramms nachgestellt und überprüft werden – was wiederum dabei helfen soll, diese Fortschritte zu verhindern oder zu sabotieren. Es geht um die von den USA betriebenen Oak Ridge Labore im Bundesstaat Tennessee. Die Anlage ist ein Nachbau eines iranischen Reaktors, wie die «New York Times» berichtet. Washington will so Teheran vom möglichen Bau einer Atombombe abhalten.

Demnach kann die US-Regierung mithilfe der dort arbeitenden Wissenschaftler besser einschätzen, inwieweit Iran unter bestimmten Bedingungen an Atomwaffen gelangen könnte. Die Anlage sei Teil eines umfassenden Programms der neun amerikanischen Atomlabore, schreibt das Blatt. Auch die Anlagen Los Alamos (New Mexico) und Livermore (Kalifornien) gehörten dazu.

Die Diplomaten, die derzeit mit Teheran über das iranische Atomprogramm verhandeln, würden dem Zeitungsbericht zufolge ohne die Hilfe der Forscher im Dunkeln tappen. Die Wissenschaftler hätten der Regierung in Washington teils innerhalb weniger Stunden antworten müssen, ob etwa ein Vorschlag zum Umbau einer iranischen Anlage wirksam sei, um den befürchteten Bau von Nuklearwaffen auszuschliessen, so die «New York Times».

Rivalitäten unter den neun amerikanischen Atomlabors wirkten sich laut Thom Mason, dem Direktor des Oak Ridge National Laboratory, positiv auf die Arbeit aus. Durch Checks und Gegenchecks konnten sich die Wissenschaftler ihrer Berechnungen stets sicher sein.

Tiefes Misstrauen gegen Angaben des Iran

Die US-Regierung hatte bereits unter dem Präsidenten George W. Bush iranische Zentrifugen nachgebaut, berichtete der «New York Times»-Journalist David Sanger in seinem 2012 veröffentlichten Buch «Confront and Conceal». Demnach nutzten die Amerikaner gemeinsam mit den Israelis damals ihr dadurch gewonnenes Wissen, um die iranische Urananreicherungsanlage Natanz mit dem Computervirus Stuxnet anzugreifen.

Bei den Verhandlungen mit Iran ging es unter anderem um den Umbau der lange geheim gehaltenen Anreicherungsanlage Fordo. Diese soll nach der Anfang April ausgehandelten Grundsatzeinigung (Lesen Sie hier dazu mehr) in ein Forschungszentrum verwandelt werden.

Der US-Kongress soll der Einigung mit Teheran innerhalb von 30 Tagen zustimmen, allerdings ist dort die Skepsis gegenüber den Unterhändlern aus Teheran weiter gross. «Irans lange Geschichte geheimer Aktivitäten und Unnachgiebigkeit hält die USA davon ab, Iran in irgendeiner Weise zu vertrauen», sagte der Vorsitzende des auswärtigen Ausschusses im Abgeordnetenhaus, Ed Royce. «Täuschung ist in der Tat ein Eckpfeiler des iranischen Atomprogramms seit dessen Beginn», sagte der Republikaner in seiner vorab verbreiteten Stellungnahme. Es sei für die beteiligten Politiker leicht, Rüstungskontrollen als Lösung zu preisen, aber schwierig oder gar unmöglich, sie umzusetzen.

Der Ausschuss befasste sich am Mittwoch mit Details der laufenden Verhandlungen zwischen Teheran und der Uno-Vetomächte sowie Deutschlands. Bis Ende Juni soll ein endgültiges Abkommen zwischen den Verhandlungspartnern erzielt werden.

heb/sun/dpa

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