International
Australien

Fleischfressende Bakterien breiten sich in Australien aus

red skin
Die bakterielle Infektion sieht äusserlich ähnlich aus wie ein grosser Mückenstich. (Symbolbild)Bild: imago

Spinnen, Schlangen – und nun breiten sich in Australien fleischfressende Bakterien aus

Eine Schwellung der Haut sollten Australien-Besucher unbedingt untersuchen lassen. Denn eine bakterielle Hautinfektion breitet sich im Bundesstaat Victoria immer weiter aus.
23.12.2024, 04:49
Lynn Zimmermann / t-online
Mehr «International»
Ein Artikel von
t-online

Die Zahl der Fälle des sogenannten Buruli-Ulkus, einer bakteriellen Infektion der Haut, hat im Bundesstaat Victoria in den letzten vier Jahren deutlich zugenommen. Auch wenn die Zahl der Fälle seit zwei Jahren konstant ist, warnt nun der oberste Gesundheitsbeauftragte des Bundesstaats Victoria, Professor Ben Cowie in einer Mitteilung vor der Erkrankung. Der Grund: In diesem Jahr ist es zu einer geografischen Ausbreitung der Infektionen gekommen.

Gut zu wissen
Buruli-Ulkus ist eine Infektionskrankheit der Haut, die vor allem in tropischen Gebieten vorkommt. Die Erkrankung wird durch ein Bakterium namens Mycobacterium ulcerans verursacht. Das Bakterium produziert ein Toxin, das die Haut schädigt, wodurch es häufig auch als fleischfressendes Bakterium bezeichnet wird. Ohne frühzeitige Behandlung kann das Buruli-Ulkus zu langfristigen Schäden am Gewebe führen. Der Erreger gehört zur gleichen Familie wie die Erreger von Tuberkulose und Lepra. Es ist immer noch nicht gänzlich klar, wie Menschen sich mit Buruli-Ulkus infizieren.

Infektionskrankheit breitet sich in Victoria aus

Die Infektionen treten jetzt nicht mehr nur in Küstenregionen auf, sondern breiten sich zunehmend im Landesinneren aus, erklärt Cowie in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums von Victoria. Zuletzt kam es zu einem Anstieg der Fälle im Ascot Vale.

Besonders in den wärmeren Monaten besteht laut dem Ministerium ein erhöhtes Risiko einer Infektion, da Mücken als Hauptüberträger des Erregers vermutet werden. Forscher gehen davon aus, dass Moskitos die Krankheit von infizierten Beuteltieren, wie Possums, auf Menschen übertragen können. Allerdings dauere es normalerweise vier bis fünf Monate, bis sich nach einer Infektion ein Geschwür (Ulkus) entwickelt, so das Gesundheitsministerium.

Bis zum 17. Dezember dieses Jahres wurden 344 Fälle registriert – ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (362 Fälle), jedoch ein deutlicher Anstieg gegenüber den Zahlen von 2021 (286 Fälle).

Dass es in Australien zu Fällen von Buruli-Ulcus kommen kann, ist seit den 1940er Jahren bekannt. Fälle wurden bisher von Victoria bis zum Northern Territory und weit im Norden von Queensland beobachtet.

Symptome unbedingt abklären lassen

Das Gesundheitsministerium betonte in der Mitteilung daher die Bedeutung einer frühzeitigen Abklärung von Symptomen. Das Problem: Das Buruli-Ulkus beginnt häufig mit Knoten oder Wunden, die anfangs leicht mit einem Insektenstich verwechselt werden können. Knötchen, Rötungen, Geschwüre oder Ödeme sollten daher sicherheitshalber von einem Arzt oder einer Ärztin untersucht werden. Weitere Symptome, die im Verlauf der Erkrankung auftreten können, sind Schmerzen und Fieber.

Auch die richtigen Schutzmassnahmen sind entscheidend. Die Gesundheitsbehörde rät dazu, Moskitosprays zu verwenden und leichte, helle Kleidung zu tragen, um Mückenstiche zu vermeiden.

Prinzipiell können Erkrankungen in jedem Alter auftreten. In Victoria sind die Meldungen zu Buruli-Geschwüren jedoch am häufigsten bei Menschen ab 60 Jahren, informiert das Ministerium. Allgemein wird das Risiko, an einem Buruli-Ulkus zu erkranken, allerdings weiterhin als gering eingeschätzt.

Verwendete Quellen:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
    Trumps Zölle bringen die Autoindustrie ins Schleudern
    Donald Trump will am «Tag der Befreiung» umfassende Zölle verhängen. Besonders fixiert ist er auf den Autobau in den USA, doch dabei ignoriert er die Abhängigkeit von Zulieferern.

    Henry Ford hatte eine Vision. In den 1920er Jahren kaufte der amerikanische «Autokönig» ein Stück Urwald im brasilianischen Amazonasgebiet, um eine Kautschukplantage zu errichten. «Fordlandia» wurde das Projekt genannt, mit dem er günstige Pneus fabrizieren wollte. Damals wollten die Autobauer möglichst viel selbst herstellen.

    Zur Story