International
Blaulicht

Festnahme nach Brand in Adolf Hitlers Teehaus

Das als Berggaststaette genutzte Gebaeude bietet einen einzigartigen Ausblick über die Berchtesgadener Bergwelt und die Gegend um Salzburg. Es istauch mahnende Erinnerung an die Abgruende der menschen ...
Das Kehlsteinhaus, ein Nazi-Bauwerk in Süddeutschland, auch als «Adlernest» bekannt.Bild: imago-images.de

Festnahme nach Brand in Adolf Hitlers Teehaus

Wegen eines Feuers im Kehlsteinhaus am Obersalzberg in Berchtesgaden laufen die Ermittlungen zur Brandursache auf Hochtouren.
24.10.2026, 06:4024.10.2026, 06:58

Eine verdächtige Person sei vorläufig festgenommen worden, teilte die Polizei in Oberbayern am frühen Samstagmorgen mit. Ob die festgenommene Person mit dem Brand in Zusammenhang steht, werde noch untersucht. Die Kriminalpolizei Traunstein habe die Ermittlungen übernommen.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd waren die ersten Rettungskräfte um 21.52 Uhr am Freitagabend an der Berggaststätte eingetroffen und hatten einen Grossbrand festgestellt.

Zugang zur Berggaststätte schwierig

Die Anfahrt zum Kehlsteinhaus mit den Löschzügen gestaltete sich demnach wegen der Lage des Gebäudes schwierig. Zudem könnten das nähere Umfeld der Gaststätte sowie das Gebäude selbst nur mir schwerer Atemschutzausstattung betreten werden.

Von Verletzten geht die Polizei aber nicht aus. Nach bisherigen Erkenntnissen habe sich niemand im Kehlsteinhaus aufgehalten.

Gemäss der Website des Zweckverbandes Bergerlebnis Berchtesgaden sollte das Kehlsteinhaus – auch Eagle's Nest (Adlernest) genannt – in dieser Saison noch bis zum 8. November geöffnet sein.

Erbaut in NS-Zeit

Das Gebäude auf 1834 Metern Höhe ist seit 1952 eine Berggaststätte. Es wurde 1938 fertiggestellt und befand sich in einem abgeriegelten und für die Öffentlichkeit gesperrten Wohn- und Regierungsareal der nationalsozialistischen Führung. Eine Ausstellung dort widmet sich der Geschichte des Gebäudes.

Der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden schreibt auf seiner Seite über das Haus: «Erbaut 1937/38, sollte in der NS-Zeit das damals sogenannte Teehaus als politischer Repräsentationsort abseits der Öffentlichkeit dienen. Tatsächlich blieb die Bedeutung des Kehlsteinhauses gering.»

Adolf Hitler habe dort Diplomaten oder andere ausländische Gäste empfangen. «Viel häufiger nutzte es die am Obersalzberg versammelte NS-Entourage zur Erholung und für private Feiern.»

(sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Lanz über «undankbare Ossis»: «Kontinuierliches Diffamieren des Ostens»
Der Besser-Wessi und der Jammer-Ossi sind wieder da, konstatiert Markus Lanz. Dirk Oschmann erklärt die AfD-Wahlerfolge im Osten auch mit westdeutscher Arroganz.
Die politische Spaltung Deutschlands ist nach Ansicht des Publizisten Dirk Oschmann durch die Überheblichkeit des Westens mitverursacht. «Es ist ein kontinuierliches Diffamieren und Ausschliessen und Diskriminieren des Ostens», sagte der Bestsellerautor («Der Osten: eine westdeutsche Erfindung», 2023) am Mittwochabend bei «Markus Lanz». Seit Jahrzehnten werde den Ostdeutschen vorgehalten, sie seien «das Andere», defizitär, zurückgeblieben. Das habe auf Dauer einen gewaltigen Effekt.
Zur Story