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Holzfäller töten im Amazonas Regenwald-Wächter

Skrupellose Holzfäller im Amazonas.
Skrupellose Holzfäller im Amazonas. printscreen cnn

Holzfäller töten im Amazonas Regenwald-Wächter

03.11.2019, 16:3803.11.2019, 16:55

Im brasilianischen Amazonasgebiet ist ein indigener Aktivist und «Wächter des Waldes» von Holzfällern getötet worden. Paulo Paulino wurde im nordöstlichen Bundesstaat Maranhao erschossen.

Ein weiterer Aktivist sei verletzt worden, habe aber fliehen können, teilten örtliche Behörden und die Menschenrechtsorganisation Survival International am Samstag mit. Die beiden Männer gehörten den sogenannten «Wächtern des Waldes» an – einer Gruppe, die Gebiete indigener Völker vor illegaler Rodung zu schützen versucht.

Die beiden Männer des Stammes Guajajara hatten nach Angaben des Menschenrechtssekretariats von Maranhao ihr Dorf verlassen, um im Wald Wasser zu holen, als sie von «mindestens fünf bewaffneten Männern» umstellt wurden.

Laut Behörden galt ein Holzfäller nach dem Vorfall als vermisst. Informationen, wonach er ebenfalls bei der Attacke getötet worden sei, wurden bislang nicht bestätigt. Der brasilianische Justizminister Sergio Moro teilte im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, die Polizei habe Ermittlungen wegen Mordes aufgenommen.

NGO machen Bolsonaro verantwortlich

Greenpeace verurteilte die Attacke auf die zwei Aktivisten. Paulino sowie sein verletzter Begleiter Laércio seien «die jüngsten Opfer eines Staates, der sich weigert, die Bestimmungen der Verfassung einzuhalten», teilte die Organisation mit. Greenpeace prangerte «die Unfähigkeit des Staates» an, seiner Pflicht, die indigenen Aktivisten sowie ihre Gebiete zu beschützen, nachzukommen.

Sarah Shenker, die das Gebiet für die Organisation Survival International vor einigen Monaten besucht hatte, sagte der Nachrichtenagentur AFP, Paulino habe trotz Morddrohungen mit Entschlossenheit für den Schutz der Wälder gekämpft. Das fehlende Engagement der brasilianischen Regierung treibe die Ureinwohner dazu, die «harte und gefährliche Arbeit» auf sich zu nehmen.

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Bild: EPA

Die «Wächter des Waldes» wurden von den Guajajara, einem Stamm von etwa 14'000 Menschen im Staat Maranhao, gegründet. Die Aktivisten haben sich zum Ziel gesetzt, Gebiete indigener Völker zu verteidigen, die von illegaler Abholzung und landwirtschaftlicher Expansion bedroht werden.

Sie geben unter anderem GPS-Daten aus Gebieten weiter, in denen sie abgeholzte Baumstämme finden. Zudem unterstützen sie die Feuerwehr im Kampf gegen Waldbrände.

Der ultrarechte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro steht seit Monaten wegen seiner umstrittenen Umweltpolitik international in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die kommerzielle Ausbeutung von geschützten Amazonas-Gebieten zu befürworten. Bolsonaro ist eng mit der brasilianischen Agrarlobby verbündet und zweifelt die Verantwortung des Menschen für den Klimawandel an. (sda/afp)

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