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Wird in Brasilien nur Luft geimpft? Jetzt wurde eine Pflegerin entlassen. Video: YouTube/Jornal da Record

Pfleger verabreichen Fake-Impfungen in Brasilien – mit Folgen



Brasilien kommt nicht zur Ruhe: Knapp 40'000 neue Corona-Fälle und 1660 Opfer wurden in den letzten 24 Stunden gemeldet, die brasilianische Virus-Variante P.1 ist auf dem Vormarsch und Präsident Bolsonaro entlässt sechs Minister – die Nerven scheinen blank zu liegen. Und jetzt auch noch das: Immer mehr Aufnahmen von Fake-Impfungen kursieren im Netz.

Fake-Impfungen? Seniorinnen und Senioren werden von Angehörigen im Auto beim sogenannten «Drive-by»-Impfzentrum vorgefahren. Türe auf, Ärmel hochkrempeln und schon applizieren die Pfleger eine Spritze mit dem Coronavakzin in den Oberarm.

So weit, so gut. Doch nun folgt das Verstörende: Oftmals wird der Impfstoff gar nicht erst in die Spritze aufgezogen – oder zwar aufgezogen, aber nicht injiziert. Nachdem erste Fake-Impfungen publik wurden, wurde dazu aufgerufen, zur Sicherheit die Impfung zu filmen. Im Netz kursieren seither Dutzende solche Aufnahmen – entgegen der Aussagen der lokalen Behörden, dass der neuste Fall ein Einzelfall sei.

Eine Brasilianerin erzählt, wie es ist, während Corona in Brasilien zu leben

Video: watson/lha

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Mutmasslich wollen die Impfkräfte das Vakzin für sich selbst oder Angehörige nutzen oder es auf dem Schwarzmarkt verkaufen, vermuten die Behörden. Im Falle einer Verurteilung drohen bis zu vier Jahre Haft.

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Video: YouTube/UOL

Zwar sind die Fälle schon länger bekannt, doch jetzt reagieren die Behörden: In Barra Mansa nahe der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro ist nach Berichten über Fake-Impfungen eine Pflegerin entlassen worden.

Die Immunsierung in Brasilien kommt erst seit einigen Wochen ins Rollen. Präsident Bolsonaro sperrte sich lange Zeit gegen Impfungen und verzögerte dadurch die Kampagne. Mittlerweile sind knapp 2% der 211 Millionen Brasilianerinnen und Brasilianer geimpft – wie viele davon eine Fake-Impfung erhalten haben, ist nicht bekannt. (bal)

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