International
Deutschland

Suche nach 47 erschossenen Nazi-Soldaten in Frankreich beginnt

98-jähriger Franzose bricht Schweigen: Suche nach 47 erschossenen Nazi-Soldaten beginnt

In Südfrankreich beginnt an diesem Dienstag die Suche nach 47 erschossenen Wehrmachtssoldaten. Ein ehemaliger französischer Widerstandskämpfer hatte das Schweigen über die Massenerschiessung der Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg gebrochen und die Nachforschungen damit ins Rollen gebracht.
27.06.2023, 03:1427.06.2023, 17:46

Wie der Sender France 3 berichtete, soll zunächst bis Freitag mit einem Bodenradar das mutmassliche Massengrab lokalisiert werden. Sollten die Deutschen an der vermuteten Stelle gefunden werden, werde der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Exhumierung und Beisetzung auf einem deutschen Soldatenfriedhof veranlassen, hatte das französische Verteidigungsministerium angekündigt.

Led lights on grave crosses at the American Cemetery during a ceremony in Suresnes outside Paris, Monday, March 6, 2023. A special candle-lighting ceremony is being held Monday at the Suresnes America ...
47 Soldaten der deutschen Wehrmacht wurden in Südfrankreich hingerichtet. (Symbolbild)Bild: keystone

Die Deutschen waren im Juni 1944 erschossen worden – nach einem Massaker der Waffen-SS an der Bevölkerung in Tulle sowie der Auslöschung des Dorfes Oradour-sur-Glane, einem Kriegsverbrechen, das zum Symbol der Nazi-Barbarei in Frankreich wurde. Dass die Deutschen und eine der Kollaboration beschuldigte Französin in einem Waldgebiet erschossen wurden, war grundsätzlich bekannt. Zu den Umständen hatten alle Beteiligten aber zeitlebens geschwiegen. Der letzte überlebende Zeuge brach nun kürzlich im Alter von 98 Jahren sein Schweigen.

Demnach sollen die Erschossenen in zwei Massengräbern ruhen. Eines mit elf Leichen soll bereits 1967 unter grösstem Stillschweigen lokalisiert worden sein. Die übrigen Toten sollen rund 100 Meter davon entfernt im Erdreich verscharrt worden sein.

(sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Ausgelacht und angefasst: Wie Frauen bei Gottschalk zur Pointe wurden
Die Dokumentation «Was haben wir gelacht» zeigt, wie selbstverständlich der Fernsehhumor der Neunziger Frauen benutzte. Die Archivbilder erzählen auch davon, wer in einer Gesellschaft bestimmen darf, worüber gelacht wird.
Lachen stiftet Gemeinschaft. Wer nicht mitlacht, gilt schnell als Spielverderber. So funktionierte der Fernsehhumor, der in den Neunzigern Millionen vor den Bildschirm brachte: Man sass mit der Familie vor «Wetten, dass..?», Thomas Gottschalk plauderte, Frauen lächelten auf dem Sofa, selbst wenn er ihnen zu nahe kam oder ihren Körper kommentierte. Das war der perfekte Samstagabend, niemand verdarb die Stimmung.
Zur Story