International
Deutschland

Deutschland: Mitglied russischer Botschaft in Berlin wird ausgewiesen

Spionage: Mitglied russischer Botschaft in Berlin wird ausgewiesen

22.01.2026, 14:5722.01.2026, 15:20

Deutschland weist im Zusammenhang mit der Festnahme einer mutmasslichen Spionin für Russland ein Mitglied der russischen Botschaft in Berlin aus.

epa12525862 German Foreign Minister Johann Wadephul speaks during a press conference in Berlin, Germany, 14 November 2025. EPA/CLEMENS BILAN
Der deutsche Aussenminister, Johann Wadephul.Bild: keystone

Das teilte der deutsche Aussenminister Johann Wadephul am Rande eines Besuches in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba mit. Das Auswärtige Amt habe den russischen Botschafter einbestellt und die betreffende Person an der russischen Botschaft mit sofortiger Wirkung zur «Persona non grata» (deutsch: unerwünschten Person) erklärt.

Die förmliche Einbestellung eines Botschafters gilt als scharfes diplomatisches Mittel, mit dem die Regierung des Gastlandes eine deutliche Verstimmung signalisiert.

Die mutmassliche Spionin für Russland sitzt nach ihrer Festnahme in Berlin in Untersuchungshaft. Wie die deutsche Bundesanwaltschaft mitteilte, setzte ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs den Haftbefehl gegen die Deutsch-Ukrainerin in Vollzug.

Die Bundesanwaltschaft - Deutschlands oberste Anklagebehörde - wirft ihr vor, den russischen Geheimdienst mit Informationen versorgt zu haben. Die Beschuldigte soll mit einem Geheimdienstmitarbeiter in der russischen Botschaft in Kontakt gewesen sein und ihm Informationen mit Bezug zum Krieg in der Ukraine verschafft haben.

Wadephul sagte, man habe gegenüber dem russischen Botschafter «klargemacht, dass das ein feindseliger Akt ist und dass geheimdienstliche Tätigkeiten in unserem Land völlig inakzeptabel sind - insbesondere unter dem Deckmantel der Diplomatie». Das deutsche Vorgehen zeige: «Wir beobachten sehr genau, was Russland macht, und wir gehen dagegen vor. Russlands aggressives Handeln hat Konsequenzen.»

Die mutmassliche Spionin soll sich unter anderem zu Standorten der Rüstungsindustrie und geplanten Drohnenlieferungen an die Ukraine erkundigt haben. Dabei habe sie sich auch an ehemalige Mitarbeiter aus dem Bereich des Verteidigungsministeriums gewandt, die sie persönlich kannte. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Dichter Rauch machte Gotthardtunnel zur Todesfalle – was vor 25 Jahren geschah
Heute vor 25 Jahren hat im Gotthard die Kollision zweier Camions in einem Brandinferno geendet. Elf Menschen erstickten oder verbrannten. Es war die vierte Tunnelbrandkatastrophe in den Alpen innert weniger Jahre. Darauf wurde in die Sicherheit der Tunnel investiert.
Am 24. Oktober 2001 fuhr kurz nach 9.30 Uhr ein von Italien kommender belgischer Lastwagen in den 17 Kilometer langen Gotthardstrassentunnel. Hinter dem Steuer sass ein Türke, der in Belgien mit einem Touristenvisum arbeitete. Er hatte Alkohol getrunken.
Zur Story