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Deutschland erlaubt Ukraine Waffeneinsatz gegen Ziele in Russland

German Chancellor Olaf Scholz attends the weekly cabinet meeting at the chancellery in Berlin, Germany, Wednesday, May 29, 2024. (AP Photo/Markus Schreiber)
Olaf Scholz hat seine Haltung geändert – nun kann sich die Ukraine besser vor verbrecherischen russischen Bombenangriffen schützen.Bild: keystone

Deutschland erlaubt der Ukraine den Waffeneinsatz gegen Ziele in Russland

31.05.2024, 10:5331.05.2024, 13:22

Die deutsche Regierung gibt der Ukraine die Erlaubnis, von Deutschland gelieferte Waffen auch gegen militärische Ziele in Russland einzusetzen. Das teilte Sprecher Steffen Hebestreit am Freitag in Berlin mit.

«In den vergangenen Wochen hat Russlands insbesondere im Raum Charkiw von Stellungen aus dem unmittelbar angrenzenden russischen Grenzgebiet heraus Angriffe vorbereitet, koordiniert und ausgeführt», erklärte er. Gemeinsam sei man der Überzeugung, dass die Ukraine das völkerrechtlich verbriefte Recht habe, sich gegen diese Angriffe zu wehren.

Hebestreit teilte mit:

«Dazu kann sie auch die dafür gelieferten Waffen in Übereinstimmungen mit ihren internationalen rechtlichen Verpflichtungen einsetzen; auch die von uns gelieferten.»

Für die Erwiderung russischer Angriffe aus dem Grenzraum kommen theoretisch mehrere aus Deutschland gelieferten Waffen in Fragen. Dazu gehören etwa die Panzerhaubitze 2000 sowie Raketenwerfer vom Typ Mars II.

A Ukrainian army, German self-propelled Panzerhaubitze 2000, artillery is seen at its position at the frontline near Bakhmut, Donetsk region, Ukraine, Saturday, May 27, 2023. (AP Photo/Efrem Lukatsky)
Eine deutsche Panzerhaubitze 2000.Bild: keystone
Mars II: Das deutsche System ist nicht kompatibel mit ähnlichen Systemen der USA oder Großbritanniens.
Ein Raketenwerfer Mars II.Bild: imago images

Auch US-Regierung gibt Zusage

Kurz vor der deutschen Bundesregierung hatte bereits am Donnerstagabend die US-Regierung bestätigt, dass sie der Ukraine die Erlaubnis erteilt hat, amerikanische Waffen in begrenztem Umfang gegen Ziele auf russischem Gebiet einzusetzen.

Dies gelte aber ausschliesslich für Gegenschläge zur Verteidigung der ostukrainischen Grossstadt Charkiw, sagte ein US-Regierungsvertreter. Das ukrainische Militär solle in die Lage versetzt werden, gegen russische Streitkräfte vorzugehen, «die sie angreifen oder sich vorbereiten, sie anzugreifen». Davon abgesehen bleibe der Einsatz von US-Waffen auf Ziele in Russland aber verboten.

Auf Ebene der Nationalen Sicherheitsberater hatte es zu Fragen des Einsatzes westlicher Waffen am 29. und 30. Mai intensive Beratungen zwischen den USA, Frankreich, Grossbritannien und Deutschland gegeben.

Ob die Ukraine sämtliche vom Westen gelieferten Waffen auch für Angriffe auf militärische Ziele in Russland nutzen können sollte, wird unter NATO-Staaten kontrovers diskutiert. Die Ukraine fordert dies seit Längerem, um russische Stellungen in dem seit mehr als zwei Jahren andauernden Krieg effektiver bekämpfen zu können. Bisher setzt das Land dafür vorwiegend eigene Raketen und Drohnen ein. Die westlichen Waffen zielen bislang in erster Linie auf russische Stellungen in den von Moskau besetzten Gebieten der Ukraine.

Länder wie die USA und Deutschland haben die Abgabe von bestimmten Waffensystemen nach Angaben aus Bündniskreisen zum Teil an strenge Auflagen für deren Nutzung gekoppelt. Hintergrund ist die Befürchtung, dass der Konflikt mit Russland weiter eskalieren und die NATO zur Kriegspartei werden könnte.

(sda/dpa)

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