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Danger Dan abgesetzt: «Anstalt»-Macher kritisieren ZDF

06.03.2025, Antilopen Gang, im Konzert live in der Columbiahalle, Berlin, Kolja Podkowik alias Koljah, Tobias Pongratz alias Panik Panzer, Daniel Pongratz alias Danger Dan, Berlin Deutschland, Germany ...
Ursprünglich sollte Danger Dan den Song mit Starpianist Igor Levit in der 100. Ausgabe der Satiresendung präsentieren.Bild: www.imago-images.de

«Anstalt»-Macher kritisieren ZDF wegen Danger-Dan-Absage: «Einfach mutlos»

Das ZDF nimmt einen Auftritt des Rappers Danger Dan aus dem Programm. Drei Moderatoren nehmen in der Sendung «Die Anstalt» Stellung.
19.07.2026, 02:4019.07.2026, 02:40
Ein Artikel von
t-online

Die Macher der Satiresendung «Die Anstalt» haben die ZDF-Entscheidung zur Ausladung des Rappers Danger Dan erneut deutlich kritisiert und ihre Position vor der Kamera erläutert. In ihrer Jubiläumssendung, die der Sender am Samstagabend vorab im Stream bereitstellte, äussern sich die drei Moderatoren ausführlich zu dem Streit – teilweise unter grossem Applaus des Studiopublikums. Gefeiert wurde die 100. Ausgabe der Sendung.

«Wir verstehen, dass man über den Song geteilter Meinung sein kann, aber wir empfinden die Entscheidung des ZDF in einer Zeit, in der rechtsextreme Gewalt in der Geschichte der Bundesrepublik mal wieder einen Höchststand erreicht hat, einfach als mutlos», sagte Moderator Claus von Wagner.

Das Team las abwechselnd Passagen aus dem Song «Keine Angst» vor und kommentierte sie. Darunter war etwa eine Stelle, in der es darum geht, Namen von Rechtsextremen zu recherchieren und zu veröffentlichen. Das könne strafbar sein, sagte Moderator Max Uthoff.

Viel Diskussion über letzte Textzeilen

Über die letzten Zeilen des Liedes, in dem vier Vornamen genannt werden, die identisch sind mit Vornamen einschlägig bekannter, zum Teil schon rechtskräftig verurteilter Linksextremisten, habe das Team viel diskutiert. Man verurteile Gewalt. Die Frage sei aber, was passiere, wenn der Staat sein Gewaltmonopol nicht durchsetze und Menschen ungeschützt seien vor Nazis, sagte Uthoff.

Die Debatte sei wichtig und das Team hätte sich sehr gewünscht, dass Danger Dan hätte auftreten dürfen, so dass man im Anschluss mit ihm hätte diskutieren können, sagte Moderatorin Maike Kühl.

Schwarzer Flügel und Mikrofon stehen einsam da

Zuvor war nach einem Sketch ein schwarzer Flügel gezeigt worden. Auf diesen waren zwar Scheinwerfer gerichtet, es sass aber niemand an dem Instrument. Davor stand ein einsames Mikrofon. Ursprünglich sollte Danger Dan den Song mit Starpianist Igor Levit in der 100. Ausgabe der Satiresendung präsentieren.

Das ZDF thematisierte den abgesagten Auftritt auch in einer «Aspekte»-Sendung am Samstagabend. Zahlreiche Experten wurden zu der Thematik befragt, die von verschiedenen Seiten beleuchtet wurde. Zu Wort kamen Juristen, Journalisten, Kabarettisten und Publizisten mit verschiedenen Einschätzungen.

«Anleitung zum politischen Extremismus»

Der Sender hatte erklärt, dass der Text des Liedes als Anleitung zum politischen Extremismus verstanden werden könne, der Selbstjustiz propagiere und rechtswidrige Taten und Gewalt nicht ausschliesse.

Der Leiter der ZDF-Hauptredaktion Show, Oliver Heidemann, unterstrich, man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Heidemann bedauerte, dass sie lange gedauert habe. Diesen Punkt verstehe er.

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140 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Menel
19.07.2026 09:03registriert Februar 2015
Für mich die spannendere Frage: Wieso verbietet das ZDF kurzfristig den Auftritt, obwohl ihnen schon länger bekannt war, mit welchem Text Dan auftreten würde. Wer hat also in letzter Minute entschieden, dass er nicht auftreten darf und warum?
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Sama
19.07.2026 03:16registriert August 2017
Der Text an sich ist weitgehend harmlos, aber das Ende mit sinngemäss "Ich sage nichts dazu, ihr wisst was zu tun ist - liebe Grüsse an Lina, Gucci, Maja und Nanuk" ist durchaus als Gewaltaufruf zu verstehen.

Ich finde es deshalb auch in Ordnung, dass das nicht im ÖRR gespielt wird - Kunstfreiheit bedeutet nicht, dass jede Kunst überall gezeigt werden muss - an manchen Orten hat manche Kunst nichts verloren.

Das hätte Danger Dan (der ja alles andere als blöd ist und den ich grundsätzlich gar nicht schlecht finde) auch vorhersagen können - möglicherweisse war das auch genau so beabsichtigt.
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Krämer Ochsenknecht
19.07.2026 07:39registriert März 2022
Und wie oft bietet das zdf der Afd durch interviews eine bühne um ihre
hässliche braune hetze zu verbreiten?
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