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Hauptdarsteller in US Opioid-Krise soll Milliarden-Strafe zahlen – so reagiert Trevor Noah

Milan Marquard
Milan Marquard



In der Klage gegen das Pharmaunternehmen und OxyContin-Hersteller Purdue Pharma, kam es am Mittwoch zu einer vorläufigen Einigung mit den insgesamt 23 klagenden Staaten und den 2000 Städten. Das Unternehmen muss sich für seine Rolle in der verheerenden Opioid-Krise verantworten.

Die Opioid-Krise mit rezeptpflichtigen Medikamten wie OxycContin, fand ihren Ursprung Ende der 90-er Jahre. Seither fielen ihr mehr als 200'000 Menschen direkt zum Opfer. Weitere 200'000 sollen durch den Umstieg auf das günstigere Heroin an einer Überdosis gestorben sein. Einige Pharmaunternehmen, die solche Medikamente herstellten, logen im Bezug darauf wie abhängig die Medikamente machten.

Die Anwälte der Kläger empfehlen laut Washington Times die Annahme des Deals. Purdue Pharma würde in diesem Falle über Jahre verteilt zwölf Milliarden Dollar bezahlen – drei davon aus der Tasche der Besitzer des Unternehmens, die Familie Sackler. Zudem würde die Familie die Kontrolle über das Unternehmen abgeben.

FILE - This Feb. 19, 2013, file photo, shows OxyContin pills arranged for a photo at a pharmacy in Montpelier, Vt. Two-thirds of the respondents in a Yahoo/Marist poll released Monday, April 17, 2017, said opioid drugs such as Vicodin or OxyContin are

Mit dem Opioid-Schmerzmittel OxyContin machte Purdue Pharma Milliarden. Bild: AP/AP

Deal sorgt für rote Köpfe

Die Einigung beinhaltet jedoch auch, dass Purdue Pharma offiziell kein Verschulden trifft. Das sorgt für massig Kritik, weshalb die Annahme des Deals noch nicht entschieden ist. Josh Shapiro, Generalstaatsanwalt von Pennsylvania sagte gegenüber der Washington Times: «Diese angebliche Lösung ist ein Schlag ins Gesicht für jeden, der einen geliebten Menschen wegen [...] der Gier dieser Familie begraben musste. Es erlaubt der Familie Sackler aus dieser Geschichte als Milliardäre zu gehen, ohne ein Fehlverhalten zugeben zu müssen.»

Trevor Noahs Reaktion

Auch Trevor Noah sieht die Einigung kritisch. Auf der einen Seite sei er glücklich darüber, dass das Unternehmen und die Familie bezahlen müssen. Auf der anderen Seite sieht er, dass Unternehmen wie Purdue Pharma kranke Menschen darüber irreführten, wie abhängig diese Medikamente machen. Zudem betrieben sie Lobbyismus mit dem Ziel, dass Ärzte mehr solche Medikamente verschreiben konnten.

FILE - In this Aug. 17, 2018, file photo, family and friends who have lost loved ones to OxyContin and opioid overdoses leave pill bottles in protest outside the headquarters of Purdue Pharma, which is owned by the Sackler family, in Stamford, Conn. A new filing in a Massachusetts case ramps up the legal and financial pressure against the Sackler family, which owns the company that makes OxyContin.  (AP Photo/Jessica Hill, File)

Eine Protestaktion: Eine vermeintliche OxyContin-Pillendose mit politischer Botschaft versehen. Bild: AP/FR125654 AP

Noah argumentiert, dass die Strafe eigentlich gar keine ist: Die Sackler-Familie verdiente Milliarden und gibt nun einen Teil davon zurück – sie hat jedoch trotzdem am Tod tausender Menschen viel Geld verdient. Hinzu kommt, dass die Familie Sackler weitgehend in Anonymität ein angenehmes Leben lebt.

Bei den Verhandlungen wurde jedoch Richard Sackler, der ehemalige Verwaltungsratspräsident von Purdue Pharma, das erste Mal gesehen und hat gesprochen. Er wurde dazu befragt, wieviel Geld die Familie mit dem Verkauf von OxyContin verdient habe. Er beantwortet die Frage mehrfach mit «ich weiss es nicht». Schlussendlich gibt er zu, dass es vermutlich mehr als eine Milliarde Dollar gewesen seien. Trevor Noah findet das zurecht sehr unglaubwürdig: Es handle sich nicht um Kleingeld – wenn man Milliarden verdient hat, dann weiss man auch wieviele.

Fazit

Trevor Noah erklärt, dass die Sacklers zwar Milliarden bezahlen müssen, aber niemand für dieses Verbrechen ins Gefängnis wandert. Als Vergleich bringt es den Fall von Felicity Huffman – ihr droht eine Gefängnisstrafe für Betrug in einem College-Zulassungs-Prozess. Die Sackler Familie, die für den Tod von tausenden von Menschen verantwortlich ist, muss lediglich eine Geldsumme bezahlen.

In Noahs Augen ist die Familie nichts anderes als Drogendealer, die über Leichen gehen. Aus diesem Grund sollten die Verantwortlichen der Opioid-Krise definitiv hinter Gitter.

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ticasuk 12.09.2019 09:45
    Highlight Highlight Etwas undurchsichtig das ganze. Da es sich um ein zugelassenes Medikament handelt, trägt die FDA erstmal eine Mitverantwortung. Entweder war das Zulassungsdossier getürkt bzw. Vigilanzzahlen wurden nicht richtig gemeldet oder die Zulassungsbehörde hat geschlampt oder beides. Ein Vergleich deutet auf letzteres hin. Mehr Info wäre super, habe keine Zeit zu googlen.
  • Gubbe 12.09.2019 09:22
    Highlight Highlight "Hinzu kommt, dass die Familie Sackler weitgehend in Anonymität ein angenehmes Leben lebt."
    Ist das denn verwerflich? Nach meinen Möglichkeiten mache ich das auch.
    Das Produkt macht abhängig. Wenn die abgebenden Ärzte das nicht wussten, hatten sie sicher eine 'Schnellbleiche'. Aufgrund des namens, ist Opium nicht sehr weit entfernt. Es gibt auch heute andere Produkte, die relativ schnell zur Abhängigkeit führen, zB. Schlafmittel. Sollen nun auch diese Hersteller belangt werden? Jede Person sollte den Beipackzettel lesen, auch wenn er noch so dumm gefaltet ist.
    • peeti 12.09.2019 11:56
      Highlight Highlight Hey, offensichtlich wurden bewusst Informationen zur Abhängigkeit vorenthalten. Und zudem wurde so lobbyiert, dass mehr Tabletten abgegeben werden können.
      Wieso müssen immer ein paar die miesen Machenschaften von Grossfirmen verteidigen? Wieso?
  • Dr. Zoidberg 12.09.2019 09:12
    Highlight Highlight viel interessanter ist doch die frage: wird oxycotin jetzt verboten? hat the_donald dazu schon was getwittert? ich meine, 6 vape-tote (bei denen man noch nicht mal weiss, was ihre erkrankung eigentlich ausgelöst hat) machen ihn ja zu einem besorgten vater, der schnellstmöglich dieses teufelszeug verbieten will. 200000 oxicotin-tote müssten ihn dann ja hochfrequent rotieren lassen. komisch, hab noch gar nichts in der richtung gelesen...
  • Bivio 12.09.2019 08:39
    Highlight Highlight Müsste man aber dann nicht auch jeden einzelnen Arzt ins Gefängnis stecken? Schliesslich haben diese ja das Medikament an die Personen verschrieben.
    Eine andere Frage stellt sich, ob bei einem Kriminalprozess überhaupt die Familie schuödig gesprochen werden würde. Sie haben ja per se nichts illegales verkauft. Von daher denke ich ist dieses Urteil das Maximum, welches erreicht werden konnte.
    Es ist halt nicht immer alles so einfach, wie uns gewisse Leute vormachen möchten.
    • LucyT 12.09.2019 09:09
      Highlight Highlight Ärzte, welche im grossen Stil unnötige Opioide an ihre Patienten verschreiben / verkaufen, können angeklagt werden und wandern für mehrere Jahre ins Gefängnis.
  • Töfflifahrer 12.09.2019 08:19
    Highlight Highlight Also, man macht Gesetze und wendet diese für alle an. Dann merkt man, oh Mist wir Reiche können da ja Probleme bekommen, also ergänzt man das Gesetz um den Vergleich, ja gut man zahlt da zwar etwas, aber man ist nich schuldig.
    Ja ja vor dem Gesetz sind alle gleich, nur einige viel gleicher.
  • HansDampf_CH 12.09.2019 07:54
    Highlight Highlight Korpokratie USA
  • rodolofo 12.09.2019 07:53
    Highlight Highlight Der (illegalen) Mexikanische Drogendealer und deren Verbündete sind ja geradezu harmlos, verglichen mit den (legalen) US-Amerikanischen Drogendealern un deren Verbündete bis hoch hinauf in Politik und Justiz!
    Es gibt offenbar nur eine einzige, grosse 3. Welt mit einer riesigen Scheisse, die aus der Pofitgier herausquillt...
  • Thomas_54 12.09.2019 07:46
    Highlight Highlight Naja, ich weiss nicht so recht, ob man hier die Schuld einem einzigen Akteur/den Pharmaunternehmen in die Schuhe schieben kann. Die Medikamente wurden ja alle von den Behörden freigegeben und von Ärzten verschrieben. Die wussten doch bestimmt alle auch, was sie tun?
    • undduso 12.09.2019 08:29
      Highlight Highlight Da floss doch auch ein wenig Geld.
      Der Zulassungsprozess von Oxycontin war ein Meisterstück. Er war der schnellste der Geschichte. Ein Schelm wer dabei böses denkt.
      Die rzte ihrerseits verdienten ebenfalls mit, wenn sie Oxycontin verschrieben. So funktioniert das System.
  • Thinkdeeper 12.09.2019 07:38
    Highlight Highlight Wie bei den Mafiaprozesse sollte bei einer Verurteilung die Vermögenswerte zu Gunsten der Allgemeinheit eingezogen werden und solche Leute auf das Existenz Minimum gesetzt werden.
    Nur mit derart harten und drakonischen Strafen steigt das intetesse an ethischen Verantwortungsbewusstem handeln...
  • Gawayn 12.09.2019 07:19
    Highlight Highlight Trevor for President!
  • Me, my shelf and I 12.09.2019 06:58
    Highlight Highlight Ein Paradebeispiel für privilegierte soziale Stellung.

    Hätte in den USA eine in ärmlichen Verhältnissen lebende afroamerikanische Person eine ungefährliche Droge wie Cannabis, LSD oder Pilze hergestellt, wäre sie dutzdene Jahre eingeknastet worden.

    Produzieren "ehrbare", weisse Pharmagiganten in grossem Stil Opiate, so müssen sie lediglich eine Busse zahlen, von Geld, dass bei ihnen eh im Überfluss da ist.
    • rodolofo 12.09.2019 10:03
      Highlight Highlight US-Gefängnisse sind zu vergleichen mit Chinesischen Umerziehungs-Arbeitslagern:
      Eingesperrte Arbeitssklaven produzieren gratis und mit (aufwändiger) Kost&Logie Billigprodukte...
  • Alice36 12.09.2019 06:46
    Highlight Highlight Ja so funktioniert unsere Welt. Wir haben sie so weit entwickelt das die Ungerechtigkeiten nach Finanzkraft und Beziehungen verteilt werden. Irgendwann hat es auch der letzte Hinterwäldler begriffen das mal wieder eine Revolution fällig wäre.
    • Adam Smith 12.09.2019 07:53
      Highlight Highlight Revolution im grössten Wohlstand aller Zeiten? Träum weiter.
    • rodolofo 12.09.2019 07:54
      Highlight Highlight Bitte auch keine Revolution mehr!
      Auch von verratenen Revolutionen hatten wir mehr als genug...
    • Alpaka 8 12.09.2019 09:48
      Highlight Highlight So funktioniert die USA.

      Komischerweise blieben wir in der Schweiz von dieser Opiod-Krise verschont. Vielleicht weil es bei uns eben halt doch noch etwas anders funktioniert... Bitte nicht immer von der USA auf die ganze Welt schliessen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • pamayer 12.09.2019 06:35
    Highlight Highlight Zum Kotzen.

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