International
Drogen

Kolumbianischer Botschafter hatte ein Drogenlabor auf seiner Finca

Kolumbianischer Botschafter hatte ein Drogenlabor auf seiner Finca

07.04.2020, 07:1607.04.2020, 07:16

Ein Drogenlabor auf seiner Finca in Kolumbien ist dem kolumbianischen Botschafter in Uruguay, Fernando Sanclemente, zum Verhängnis geworden. Wie lokale Medien am Montag berichteten, reichte Sanclemente bei Kolumbiens Präsidenten Iván Duque seinen Rücktritt ein, nachdem der kolumbianische Generalbundesanwalt in einem Fernsehinterview am Wochenende angekündigt hatte, ihn direkt mit dem Fund in Verbindung zu bringen.

epa08216160 Colombian ambassador to Uruguay Fernando Sanclemente speaks during a press conference in Montevideo, Uruguay 13 February 2020. A cocaine laboratory was found a day earlier at a farm owned  ...
Fernando Sanclemente will von nichts gewusst haben.Bild: EPA

Die Polizei hatte auf dem Grundstück der Familie Sanclemente in dem Departament Cundinamarco, 60 Kilometer von der Hauptstadt Bogotá entfernt, im Februar ein Labor entdeckt, in Brand gesteckt und fünf Personen festgenommen. Berichten zufolge konnte dort mindestens eine Tonne Kokain pro Monat produziert werden, um dann über den Flughafen El Dorado in Bogotá ins Ausland transportiert zu werden.

Sanclemente erklärte sich von Anfang an unschuldig. Er behauptete, nichts von dem Labor gewusst zu haben. Er versicherte, die Farm sei seit 1987 eine Partnerschaft zwischen den Familien Sanclemente und Spiwak, die wiederum Eigentümerin der kolumbianischen Hotelkette Dann ist.

Sein Bruder sei der gesetzliche Vertreter der 50 Prozent, die seiner Familie zustehen; von den 170 Hektar Grund seien seit dem Jahr 2017 40 Prozent für den Anbau von Kartoffeln, Zwiebeln und anderen landwirtschaftlichen Produkten verpachtet.

Kolumbien ist nach Informationen der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2018 mit 169 000 bepflanzten Hektar einer der grössten Koka-Produzenten der Welt und verfügt über die Möglichkeit, 1120 Tonnen Kokain im Jahr herzustellen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die dümmsten Koks-Schmuggel-Aktionen der Schweiz
1 / 11
Die dümmsten Koks-Schmuggel-Aktionen der Schweiz
Juni 2009: In einer Edelweiss-Maschine versuchen Mitarbeiter des Flughafens Punta Cana (Dominikanische Republik) 32 Kilogramm Kokain zu schmuggeln. Ihre Methode: Sie füllen das weisse Pulver in leere Orangensaft-Tetrapacks. Die präparierten Säfte landen in den Trolleys, wo sie von Edelweiss-Mitarbeitern entdeckt werden. Das Ganze fliegt noch vor Abflug in der Dominikanischen Republik auf. ... Mehr lesen
quelle: epa/keystone / olivier maire
Auf Facebook teilenAuf X teilen
In einem kolumbianischen Dorf wird mit Coca-Paste bezahlt
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Erderwärmung um 2,8 Grad: «Dann schaut es in der Schweiz aus wie in Spanien»
Ein neuer Uno-Bericht sagt, dass es keinen Weg mehr gibt, das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. ETH-Klimapolitologe Anthony Patt sagt, warum er trotzdem noch Hoffnung hat.
Ein neuer Bericht der Uno zeigt: Wenn alle Länder mit ihrer Klimapolitik so weiterfahren wie bisher, wird sich die Welt bis 2100 um 2,8 Grad erwärmen. Das ist nochmals eine Verschlechterung um 0,1 bis 0,3 Grad seit dem letzten Bericht vor einem Jahr. Woran liegt das?
Anthony Patt: Die USA sind unter Donald Trump aus dem Pariser Klimaabkommen ausgetreten. In diesem Klimaabkommen hatten sich die USA zu ambitionierten Klimazielen verpflichtet. Weil Trump aus dem Abkommen ausgetreten ist, geht der Emissions Gap Report nun davon aus, dass die USA gar keine weiteren Anstrengungen zum Klimaschutz unternehmen werden. Und weil die USA nach China der zweitgrösste Emittent von Treibhausgasen sind, kommt es zu diesem Anstieg von mehreren Zehntelsgrad.
Zur Story