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Kaum Licht und keine Heizung in Transnistrien in Moldau

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Die Regierung in Chisinau teilte mit, man habe angeboten, auch Transnistrien zu versorgen.Bild: keystone

Kaum Licht und keine Heizung in Transnistrien in Moldau

07.01.2025, 16:0207.01.2025, 16:03
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Die Energiekrise in dem von Moskau gestützten Separatistengebiet Transnistrien in Moldau spitzt sich zu. Die Führung in Tiraspol verlängerte Stromsperren auf acht Stunden täglich und forderte die etwa 350'000 Menschen zählende Bevölkerung zum Stromsparen auf.

«Gehen Sie durch Ihr Haus, überprüfen Sie, ob alle Geräte abgeschaltet sind, ob nicht noch eine Lampe brennt, die nicht gebraucht wird», schrieb der Chef der international nicht anerkannten Republik, Wadim Krasnoselski, auf Telegram.

Die Republik Moldau und damit auch der abgespaltene Landstreifen zwischen dem Fluss Dnjestr und der Ukraine bekommen seit Jahresbeginn kein russisches Gas mehr.

Hintergrund ist ein Lieferstopp, mit dem Moskau vor allem die proeuropäische Führung in Chisinau treffen will. Es geht um angebliche Schulden.

Ohne Gas ist in Transnistrien die Stromproduktion stark geschrumpft. 1500 Hochhäuser sowie 72'000 Privathäuser werden nicht geheizt. Die Industrie steht still, die Strassenbeleuchtung ist abgeschaltet.

Die Führung rief die Menschen auf, mit Holz zu heizen, und setzte das Militär ein, um Brennholz zu verteilen.

Angebot aus Chisinau

Das Kernland Moldau kommt mit dem Moskauer Lieferstopp besser zurecht. Es kann Gas und Strom vom Nachbarn Rumänien importieren – wenn auch zu hohen Preisen. Die Regierung in Chisinau teilte mit, man habe angeboten, auch Transnistrien zu versorgen.

Krasnoselski wies zurück, dass es ein solches Angebot gegeben habe. Die EU beobachtet nach eigenen Angaben gemeinsam mit der moldauischen Regierung die Lage in Transnistrien.

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Chisinau.Bild: keystone

Die russische Botschaft in Chisinau warnte moldauische Politiker davor, das Separatistenproblem im Schatten der Energiekrise mit Gewalt lösen zu wollen.

Rückgrat der separatistischen Macht in Transnistrien sind etwa 1500 russische Soldaten, die alte Munitionslager bewachen oder als Friedenstruppen fungieren. Die meisten Soldaten sind örtliche Einwohner; die Truppe ist vom Mutterland Russland abgeschnitten. (sda/dpa)

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11 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Firefly
07.01.2025 16:26registriert April 2016
"Rückgrat der separatistischen Macht in Transnistrien sind etwa 1500 russische Soldaten, ... oder als Friedenstruppen fungieren"

Lacher des Tages.
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Wusu
07.01.2025 17:50registriert Juli 2022
Genau dasselbe würde den Deutschen passieren, wenn sie gastechnisch immer noch an den russischen Zitzen hängen würden. Deutschland hat es innert zwei Jahren geschafft sich von russischem Gas zu entkoppeln - und ja es war nicht einfach - und ja es hat was gekostet - aber unabhängig zu sein war noch nie umsonst zu haben. Deutschland kann stolz auf diese Leistung sein. Auch wenn es weiterhin schwierig ist - langfristig werden sie davon profitieren.
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