«Phantom-Furzer» treibt Journalisten am EU-Gipfel in die Flucht
Normalerweise interessieren sich Leserinnen und Leser wenig für die Arbeitsbedingungen von Medienschaffenden. Florian Eder, Deutschland-Chefredaktor der «Neuen Zürcher Zeitung», fasst die journalistische Grundregel auf Linkedin so zusammen: Man solle das Publikum nicht mit Geschichten über die eigenen Arbeitsbedingungen langweilen.
Doch manchmal gibt es Ausnahmen. Eine davon hat «Politico»-Korrespondentin Zoya Sheftalovich am EU-Gipfel in Brüssel dokumentiert.
«Wer ist der Phantom-Furzer?»
Während Journalistinnen und Journalisten im Pressesaal des Europäischen Rats auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj warteten, machte sich offenbar wiederholt ein penetranter Geruch breit.
Sheftalovich widmete dem Problem kurzerhand einen Eintrag im «Politico»-Liveblog. Der Titel: «Wer ist der Phantom-Furzer?»
Der unbekannte Verursacher scheint bereits länger aktiv zu sein. Schon am Vorabend hätten mehrere Journalistinnen und Journalisten ein diplomatisches Briefing verlassen müssen. Sheftalovich beschreibt den Auslöser als eine «tränentreibende Emission».
Sie selbst gehörte ebenfalls zu den Geflüchteten.
Kaffee, wenig Schlaf – und schlechte Luft
Etwas Verständnis bringt die Korrespondentin für die Lage dennoch auf. Beim EU-Gipfel liefen viele Reporterinnen und Reporter praktisch nur noch mit Kaffee und der Angst, ein wichtiges Briefing zu verpassen.
Trotzdem habe sie einen Wunsch: Der mysteriöse Übeltäter möge seine Verdauungsprobleme künftig draussen erledigen – bevor im Pressesaal tatsächlich noch jemand umkippt.
Während dort weiter nach dem «Phantom-Furzer» gesucht wird, beschäftigen sich die europäischen Staats- und Regierungschefs mit deutlich ernsteren Themen. Auf der Agenda des Gipfels stehen unter anderem Energiefragen und das EU-Budget, zudem wird Selenskyj in Brüssel erwartet.
Die Identität des Geruchsverursachers bleibt derweil ungeklärt. (mke)
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