Trump gibt Migranten Schuld an Frankreich-Unruhen – Macron kontert scharf
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat sich gegen Aussagen ausländischer Politiker über die Proteste und Ausschreitungen in seinem Land gewehrt. CNN zufolge reagierte er damit insbesondere auf US-Präsident Donald Trump und dessen Vize JD Vance.
Trump hatte am Montag ohne Belege behauptet, Frankreich werde «von Migranten, Dschihadisten und Kommunisten erobert, geplündert und niedergebrannt, die das Christentum und die westliche Zivilisation selbst hassen».
Macron widerspricht deutlich
Macron stellte dies am Mittwoch während einer Reise durch die Golfregion entschieden anders dar. Es sei «völlig falsch», dass Frankreich von «Horden von Migranten und Islamisten» überrannt werde.
Auf die Frage, ob ausländische Akteure an den Unruhen beteiligt seien, sagte Macron, es gebe keine sichtbaren Hinweise auf eine ausländische Einmischung in die Ereignisse selbst. Allerdings werde aus dem Ausland mit Falschinformationen gearbeitet.
Namen nannte Macron dabei nicht. Er verwies jedoch ausdrücklich auf Politiker sowohl in Europa als auch «auf der anderen Seite des Atlantiks».
Trump: «Es geht um Einwanderung»
Trump legte am Dienstag im Weissen Haus nach und widersprach der Darstellung, wonach unter anderem Probleme im Bildungssystem und die hohen Lebenshaltungskosten hinter den Protesten stehen.
Dann sagte er weiter:
Auch US-Vizepräsident JD Vance machte Migration für die Ausschreitungen mitverantwortlich. «Westliche Liberale» hätten Menschen aus der «Dritten Welt» nach Frankreich und in andere Länder geholt, schrieb er auf X. Dabei seien Fragen der Integration und gesellschaftlichen Vereinbarkeit ignoriert worden.
Auch der ungarische Ministerpräsident Peter Magyar und der polnische Premierminister Donald Tusk stellten einen Zusammenhang zwischen der Gewalt und der französischen Migrationspolitik her.
Mehr als 2000 Festnahmen an einem Wochenende
Die Protestbewegung hatte im September mit Demonstrationen unter anderem gegen Probleme im Bildungssystem und die hohen Lebenshaltungskosten begonnen. Inzwischen sind Teile der Proteste in schwere Ausschreitungen umgeschlagen.
Allein am vergangenen Wochenende wurden mehr als 2000 Menschen festgenommen. Geschäfte wurden geplündert und Gebäude beschädigt. Die französischen Behörden haben in mehreren Orten Ausgangssperren verhängt und für weitere Demonstrationen am Samstag eine massive Polizeipräsenz angekündigt.
Macron betonte, Frankreich brauche Ordnung und Respekt. Gleichzeitig dürfe man die Ursachen der Proteste nicht mit falschen Behauptungen über Migration verzerren.
Der französische Präsident äusserte sich nach einem unangekündigten Besuch in Saudi-Arabien, wo er Kronprinz Mohammed bin Salman getroffen hatte. Anschliessend reiste er zurück nach Paris. (mke)
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