International
EU

EU organisiert wegen Trumps Zoll-Drohungen Sondergipfel

European Council President António Costa, center, and European Commission President Ursula von der Leyen, right, enter a high-profile meeting at the United Nations aimed at galvanizing support for a t ...
EU-Ratspräsident António Costa und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen (Archivbild).Bild: keystone

EU organisiert wegen Trumps Zoll-Drohungen Sondergipfel

18.01.2026, 21:1418.01.2026, 21:38

EU-Ratspräsident António Costa wird nach den neuen Zoll-Drohungen von US-Präsident Donald Trump im Grönland-Streit einen Sondergipfel einberufen. Als Termin für ein Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs kommt nach Angaben einer EU-Beamtin Donnerstag infrage. Sicher sei aber bislang nur, dass es ein physisches Treffen Ende der Woche geben solle.

Costa teilte mit, seine Konsultationen mit Mitgliedstaaten zu den jüngsten Spannungen im Zusammenhang mit Grönland hätten die gemeinsame Einschätzung deutlich gemacht, dass Zölle die transatlantischen Beziehungen untergraben würden und mit dem EU-USA-Handelsabkommen unvereinbar seien.

Man sei bereit, sich gegen jede Form von Zwang zu verteidigen. Zugleich wolle man weiterhin konstruktiv mit den USA zusammenzuarbeiten. Es gebe ein gemeinsames transatlantisches Interesse an Frieden und Sicherheit in der Arktis, insbesondere durch Zusammenarbeit im Rahmen der Nato.

«Handels-Bazooka» wäre mögliche Option

Bei den Beratungen auf europäischer Ebene über die Reaktion auf den offenen Erpressungsversuch des US-Präsidenten dürfte auch die Aktivierung eines EU-Instruments zur Abwehr wirtschaftlicher Nötigung diskutiert werden - dieses wird auch als «Handels-Bazooka» bezeichnet. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron werde beantragen, das sogenannte Anti-Coercion Instrument (ACI) zu nutzen, hiess es aus dem Umfeld des Präsidenten.

Das Gesetz ermöglicht der EU Gegenmassnahmen, wenn wirtschaftlicher Druck ausgeübt wird, um politische Entscheidungen zu erzwingen. Dadurch wären etwa Vergeltungszölle auf den Import von US-Waren möglich. Als eine Option gilt, die im vergangenen Jahr während des Zollkonflikts geplanten Vergeltungsmassnahmen zu beschliessen. Vorgesehen war damals, Vergeltungszölle auf US-Importe im Wert von rund 93 Milliarden Euro zu verhängen.

US-Präsident will Grönland-Kauf mit Zöllen erzwingen

Trump hatte am Samstag wegen des Grönland-Streits angekündigt, ab dem 1. Februar sollten Strafzölle in Höhe von 10 Prozent gelten, ab dem 1. Juni Zölle in Höhe von 25 Prozent - auf alle Waren, die in die USA gesendet werden - bis ein Abkommen über den Kauf Grönlands erzielt werde. Betroffen von der Zoll-Androhung sind acht europäische Nato-Länder, die jüngst Soldaten zu einer Erkundungsmission auf die Insel geschickt haben, darunter Deutschland.

Aktuell gilt seit Sommer für die meisten EU-Exporte nach Amerika ein Zollsatz von 15 Prozent. Bereits am späten Sonntagnachmittag war daher eine Krisensitzung der Vertreter der EU-Staaten auf Botschafterebene abgehalten worden. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Ärgernisse für Konsument:innen
1 / 5
Ärgernisse für Konsument:innen

Das grösste Ärgernis für Schweizer Konsument:innen war 2025 Dropshipping.

Auf Facebook teilenAuf X teilen
Laut Umfrage kann die Hälfte der Schweiz nicht sparen – wie sieht's bei euch aus?
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
33 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Lohner
18.01.2026 21:26registriert August 2025
Hoffentlich merken die Verantwortlichen Vertreter der EU jetzt endlich, wie sie sich gegenüber Trump verhalten müssen. Es wäre JETZT der richtige Zeitpunkt. Ansonsten sehe ich schwarz für Europa.
446
Melden
Zum Kommentar
avatar
Patrice 73
18.01.2026 22:37registriert Oktober 2015
Ja ja gegenzölle… es gäbe ja auch den Verkauf der US staatsanleihen… hätte auch eine gute Wirkung.
305
Melden
Zum Kommentar
avatar
Bimpelz
18.01.2026 22:21registriert Mai 2016
Donnie würde gern aus dem Bällelibad abgeholt werden......
205
Melden
Zum Kommentar
33
Ist Trump ein Faschist?
Das Verhalten des US-Präsidenten nach einem Amtsjahr bestätigt die schlimmsten Befürchtungen.
Eine beliebte Redensart der Amerikaner besagt: Wenn etwas aussieht wie eine Ente, schwimmt wie eine Ente und quakt wie eine Ente, dann ist es auch eine Ente. Übertragen auf das Verhalten des 47. Präsidenten der USA stellt sich die Frage: Wenn sich jemand verhält wie ein Faschist und tönt wie ein Faschist, ist der dann auch ein Faschist?
Zur Story