1 Todesopfer und 4 Verletzte nach Schüssen bei Paris: Terroristisches Motiv wird geprüft
Ein Mann hat am Freitagmorgen nahe Paris offenbar auf mehrere Menschen geschossen. Bei den Schüssen in den Gemeinden Trappes und La Verrière kam nach Angaben der französischen Behörden eine Person ums Leben. Vier weitere wurden verletzt, darunter ein zwölfjähriges Mädchen, teilte die französische Antiterrorstaatsanwaltschaft mit. Nach Angaben des Bürgermeisters von Trappes soll der Täter aus einem Auto heraus auf Passanten gefeuert haben.
Ein Verdächtiger wurde in der Nachbargemeinde Coignières festgenommen. Die Ermittlungen führen unter anderem die Antiterrorabteilung der französischen Polizei und der Inlandsgeheimdienst DGSI. Das Motiv ist bislang ungeklärt, die Ermittler prüfen, ob ein rassistisches oder terroristisches Motiv vorliegt.
🇫🇷 URGENT - Une enquête pour ASSASSINAT et TENTATIVES D’ASSASSINAT à CARACTÈRE RACISTE est ouverte après l’attaque survenue dans les Yvelines. (communiqué de presse du PNAT) https://t.co/LYs0pSmf8Z
— AlertesInfos (@AlertesInfos) October 23, 2026
Die Schüsse fielen gegen 10.30 Uhr an mehreren Orten in den beiden Gemeinden, rund 30 Kilometer südwestlich von Paris. Nach Angaben des Bürgermeisters von Trappes, Ali Rabeh, feuerte der Angreifer offenbar wahllos auf Passanten, unter anderem in der Nähe eines Spielplatzes. Es sei ein Wunder, dass nicht noch mehr Menschen verletzt oder getötet worden seien, sagte Rabeh dem französischen Sender BFMTV. Der Mann habe offenbar ein Massaker anrichten wollen.
Unter den Verletzten sind neben dem zwölfjährigen Mädchen auch zwei Männer im Alter von 29 und 49 Jahren. Der Zustand des Mädchens soll laut Medienberichten bereits stabil sein.
Die französische Antiterrorstaatsanwaltschaft leitete im Anschluss Ermittlungen wegen Mordes und versuchten Mordes im Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben ein. Wie die Behörde am Freitag mitteilte, wird auch geprüft, ob die Opfer aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermuteten ethnischen Herkunft, Nationalität oder Religion angegriffen wurden. Zudem wird wegen unerlaubten Waffenbesitzes und der Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt.
Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu erklärte, sämtliche verfügbaren Kräfte der Sicherheitsbehörden und Justiz seien mobilisiert worden. Weitere Einzelheiten zum mutmasslichen Täter und seinen Beweggründen wurden zunächst nicht offiziell bekannt gegeben.

