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Bettwanzen in Frankreich: Paris fürchtet sich vor Ungeziefer-Plage

Bettwanzen in Paris
In Paris fürchtet sich man sich vor den kleinen Käfern.Bild: Shutterstock

Wegen dieser Krabbeltiere schiebt Paris gerade Panik

Bettwanzen sind der Horror für jeden Reisenden. Ausgerechnet in Frankreich soll es jetzt nahezu eine Plage geben, das ganze Land sucht nach den Krabbeltieren.
03.10.2023, 09:3603.10.2023, 15:53
Ein Artikel von
t-online

Sie sind klein und beissen und sind schwer wieder loszuwerden: Bettwanzen sind in Frankreich plötzlich ein grosses Gesprächsthema und beschäftigen auch die Regierung.

Los ging alles noch in den Sommerferien, als es Aufregung um Wanzen in einem Pariser Kino gab. Nachdem eine Besucherin der Zeitung «Le Parisien» schilderte, wie sie mit dem Rücken voller Bisse aus dem Saal kam, sah sich die Kinokette UGC zu einer Entschuldigung veranlasst. Die Wanzen kämen überall vor, wo sich Menschen aufhielten, und man bekämpfe sie. Heisser Wasserdampf werde eingesetzt, ein auf die Insekten spezialisierter Hund inspiziere im Anschluss die Säle, hiess es.

Berichte über das unangenehme Thema einschliesslich Fotos von Wanzen unter dem Vergrösserungsglas haben Teile der Bevölkerung, wie es scheint, nun zu wahren Bettwanzendetektiven werden lassen.

Soziale Netzwerke sind voller möglicher Wanzenfotos

Über die sozialen Medien werden vermeintliche Wanzen gemeldet, wackelige Videobilder inklusive. «10 oder 15 Minuten vor der Ankunft in Lille-Flandres bemerkte ich einen kleinen Käfer, der ein wenig auf dem Sitz herumlief», schilderte Passagierin Irina dem Sender BFMTV ihre Fahrt im Hochgeschwindigkeitszug TGV. «Ich fragte mich, ob es vielleicht eine Bettwanze war. Ich habe es gefilmt und an zwei Freunde geschickt, die mir das bestätigt haben.» Auch aus einem Zug von Marseille nach Paris postete ein junger Passagier eine mutmassliche Wanze.

Die millionenfach angeklickten Wanzenvideos haben die Staatsbahn SNCF auf den Plan gerufen. In den letzten Monaten habe es keine bestätigte Präsenz von Bettwanzen in den TGV-Zügen gegeben, hiess es. «Dies ist ein Risiko, bei dem wir besonders wachsam sind, wir nehmen jede Meldung ernst und es wird kein Risiko eingegangen», teilte die SNCF mit. Die Züge würden mit Blick auf Insekten konsequent desinfiziert.

Bettwanzen in Zügen und der Pariser Metro?

Am vergangenen Mittwoch dann gab es eine Wanzenmeldung quasi aus der Herzkammer des Hauptstadtlebens, der Pariser Metro. Ein Fahrer der Linie 8 war sich sicher, einen der Parasiten in der Fahrerkabine entdeckt zu haben. Die Verkehrsbetriebe RATP meldeten, die Bahn sei ausser Betrieb genommen worden, weder in dem Zug noch anderen Verkehrsmitteln habe man aber tatsächlich eine Wanze ausfindig gemacht. Längst aber hatten sich die Stadtverwaltung, die Gewerkschaft und Politiker eingeschaltet.

«Der Staat muss dringend alle betroffenen Akteure zusammenbringen, um einen Aktionsplan zu entfalten, der dieser Plage gewachsen ist, während sich ganz Frankreich darauf vorbereitet, 2024 die Olympischen und Paralympischen Spiele auszurichten», schrieb der erste Stellvertreter der Pariser Bürgermeisterin, Emmanuel Grégoire, an Premierministerin Élisabeth Borne. Angesichts der Wanzen brauche man nicht in eine Psychose zu verfallen, man müsse sich dem Problem aber stellen, sagte der Lokalpolitiker in einem TV-Interview.

Menschen sollen sich beruhigen und schützen

In Bezug auf öffentliche Verkehrsmittel nahm Verkehrsminister Clément Beaune sich am Freitag des Wanzenthemas an. Er werde in der nächsten Woche mit den Verkehrsbetrieben über die getroffenen Massnahmen im Dienste der Reisenden beraten, teilte Beaune mit. Es gehe darum, die Menschen zu beruhigen und zu schützen.

Die Wanzen saugen Blut und leben in bewohnten, geschlossenen Räumen. Sie verstecken sich etwa in Betten, in Möbelfugen oder Ritzen. Sie werden zum Beispiel im Gepäck an andere Orte gebracht, aber auch durch getragene Kleidung. Ihr Biss kann starken Juckreiz verursachen. Experten empfehlen, in Hotelbetten vorab nach Wanzen Ausschau zu halten und Gepäck und Kleidung bei der Rückkehr zu Hause in der Dusche auszuschütteln.

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