Proteste in Italien unter hohen Sicherheitsvorkehrungen
Nach Krawallen am vergangenen Wochenende ist die Polizei in Italien erneut mit einem Grossaufgebot im Einsatz: In mehreren italienischen Städten demonstrieren Tausende Menschen. Bei einigen Protesten ist es zu vereinzelten Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Polizisten gekommen. Die Proteste umfassen ein breites Spektrum an Themen, darunter hohe Lebenshaltungskosten, hohe Benzinpreise sowie Aufrüstung.
Proteste unter anderem in Mailand, Bologna, Turin und Rom
Im norditalienischen Mailand, in der es vergangenes Wochenende zu schweren Krawallen gekommen war, gab es mitunter erneut Spannungen. Dort trafen im Zentrum Demonstranten auf Sicherheitskräfte: Die Polizei stoppte den Demonstrationszug, dabei wurden Schlagstöcke eingesetzt. Aus Sorge vor Ausschreitungen waren vor allem viele Luxusgeschäfte verbarrikadiert.
In Bologna setzte die Polizei zwischenzeitlich Tränengas und Wasserwerfer ein, um einen Demonstrationszug daran zu hindern, den Bahnhof zu erreichen. In Turin drängten Sicherheitskräfte Demonstranten mit Schilden zurück. In Rom zog eine überwiegend propalästinensische Demonstration durchs historische Zentrum. Auch in Neapel und Florenz versammelten sich Demonstranten.
Städte rüsteten sich massiv für neue Zusammenstösse
Am vergangenen Wochenende war es vor allem in Mailand nach zunächst friedlichen Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Auf dem Domplatz von Mailand und in dessen Umgebung schlugen meist schwarz gekleidete und vermummte junge Leute Schaufensterscheiben ein, plünderten Geschäfte und Supermärkte.
Um neue Ausschreitungen zu verhindern, gelten nun hohe Sicherheitsvorkehrungen: Nach Mailand wurden zusätzlich zu den dort bereits stationierten Polizisten 500 Elitesoldaten entsendet. Drohnen fliegen über das Zentrum zur Überwachung, Bahnhöfe werden kontrolliert, mobile Streifen eingesetzt, auch Online-Aktivitäten streng beobachtet, um mögliche neue Aufrufe zu Protesten und Krawallen frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden. (sda/dpa)
