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Junge Französin sucht Besitzerfamilie von 150 Jahre altem Klavier

22.09.2021, 08:59

Eine junge Französin hat eine Suche nach den Nachfahren der Besitzer eines rund 150 Jahre alten Klaviers gestartet und erhält dabei auch Unterstützung von jüdischen Organisationen. Wie Mylène Bernhardt nach eigenen Worten von ihren Grosseltern erfuhr, soll eine jüdische Familie das Klavier im Zweiten Weltkrieg auf der Flucht zurückgelassen haben - nun will sie es an die Nachfahren zurückzugeben. Über die sozialen Medien startete sie eine Suche nach Angehörigen der Familie Pinguet - bislang aber noch ohne Ergebnis, wie sie auf Facebook mitteilte.

Den Angaben der Frau nach soll die jüdische Familie auf der Flucht vor Verfolgung damals Paris verlassen haben und das Klavier in einem Bahnwaggon mitgenommen haben. Unterschlupf fand sie demnach während zwei Jahren im Loire-Örtchen Brives-Charensac bei Bernhardts Urgrosseltern, die nahe am Bahnhof wohnten. Als die Flucht 1944 weiterging, sei das Klavier zurückgeblieben. Nach Kriegsende erhielten die Urgrosseltern noch einen Brief der Familie Pinguet - sie hatten überlebt und waren wohlauf. Da der Brief aber nicht bewahrt geblieben ist, fehlen der jungen Französin nun vollständige Namen und andere Anhaltspunkte, um ihre Suche näher einzugrenzen.

Das inzwischen rund 150 Jahre alte Klavier, es muss zwischen 1860 und 1883 beim Klavierbauer Jules Rinaldi in Paris entstanden sein, wurde bereits detailliert unter die Lupe genommen, um möglicherweise über eine Seriennummer den exakten Namen der damaligen Käufer zu ermitteln. Leider ohne Ergebnis.

Mylène Bernhardt, die ihr Haus gerade ausräumt, erklärte, sie wolle das geschichtsträchtige Klavier nicht einfach in die Hände von irgendjemanden geben, sondern an Nachfahren der ursprünglichen Eigentümer oder ein Museum. Namhafte Vereine und jüdische Organisationen unterstützten sie inzwischen. Dabei hat das Klavier nicht nur den Krieg, sondern 1980 auch ein verheerendes Hochwasser überstanden: Im letzten Moment sei es vor den Fluten der Loire gerettet worden, sagte Bernhardt. (aeg/sda/dpa)

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