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TGV-Sabotage: Es waren vermutlich linksextreme Olympia-Gegner

epa11497097 Eurostar trains at the Eurostar rail terminal at St. Pancras International station in London, Britain, 26 July 2024. Eurostar has cancelled some trains from London to Paris due to arson at ...
Zahlreiche Züge zwischen London und Paris mussten wegen der Brandstiftungen im Bahnhof bleiben.Bild: keystone

Die TGV-Saboteure outen sich: Es waren vermutlich linksextreme Olympia-Gegner

Ultralinke bekennen sich zu den Brandanschlägen auf das Netz der französischen Hochgeschwindigkeitszüge.
29.07.2024, 05:1629.07.2024, 05:16
Stefan Brändle, Paris / ch media

Französische und ausländische Medien haben am Wochenende eine E-Mail erhalten, in der Politaktivisten die Verantwortung für die konzertierte Sabotageaktion vor den Olympischen Spielen übernehmen. Am Freitag waren Schaltanlagen von drei Hochgeschwindigkeitsstrecken der TGV-Züge in Brand gesteckt worden; an einem vierten vereitelte das rasche Eingreifen eines Bahnarbeiters eine weitere Sabotageaktion.

800'000 Reisende aus Frankreich und dem Ausland –– namentlich London und Brüssel –– blieben stundenlang in Bahnhöfen stecken; zahllose Züge mussten annulliert werden. Viele Reisende konnten deshalb nicht an der olympischen Eröffnungsfeier am Freitagabend in Paris teilnehmen.

Die französischen Ermittler nehmen das Bekennerschreiben «ernst», wie die Zeitung «Le Parisien» berichtet. Ihr zufolge deutet das Schreiben auf die Urheberschaft einer «an die Ultralinke gekoppelten gewalttätigen Protestbewegung» hin. Die auch von der «New York Times» erhaltene Email war von der Adresse «sabotagetgvjo@riseup.net» verschickt worden.

«JO» bezeichnet auf Französisch die Olympischen Spiele. Unterschrieben war die Mail mit «Unbekannte Delegation», eine in der Tat unbekannte Organisation. Der Domainname «riseup» steht in Bezug zu Linksextremisten, radikalen Umweltschützern und Anarchisten. Die Organisation hinter Riseup hat ihren Sitz in Seattle, ihre Schöpfer sollen der italienischen Anarchoszene entstammen.

In dem Schreiben ist zu lesen: «Sie nennen es ein Fest? Wir sehen darin die Feier des Nationalismus, eine gigantische Inszenierung der Unterjochung der Bevölkerung durch Staaten.» Und weiter: «Hinter dem spielerischen und geselligen Schein bieten die Olympischen Spiele ein Experimentierfeld für die Kontrolle der Massen und unserer Bewegungen durch die Polizei.» Die Verfassenden appellieren zum «Sturz einer Welt, die auf Ausbeutung und Domination beruht».

Reibungslose Eröffnungsfeier

Die französische Staatsanwaltschaft hat Einheiten der «Bekämpfung der organisierten Kriminalität» (Junalco) sowie der «antiterroristischen Vizedirektion» (Sdat) mit den Ermittlungen betraut. Innenminister Gérald Darmanin zeigte sich zuversichtlich, dass die Ermittler «ziemlich rasch Bescheid wüssten», wer genau hinter den Anschlägen stecke.

Er zeigte sich erleichtert, dass die von 300'000 Zaungästen verfolgte Eröffnungsfeier in Paris «friedlich und problemlos» über die Bühne gegangen sei. Es sei nur zu 19 – nicht näher bezeichneten - Festnahmen gekommen.

Am Samstag verhaftete die französische Polizei zudem vierzehn Aktivisten der radikalökologischen Organisation Extinction Rebellion. Sie hatten sich mit Messern, Zangen, Vorhängeschlössern und Strohballen im Stadtzentrum von Paris gruppiert, um den Ablauf sportlicher Anlässe zu stören. In den sozialen Medien gab eine Organisation mit dem Namen «Olympische Revolte» bekannt, eine Widerstandsoperation gegen die «soziale und Umweltzerstörung» sei durch eine polizeiliche «Repression» verhindert worden. (aargauerzeitung.ch)

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