Ungarn: Anti-Korruptionschef mietet Frau Luxusauto auf Behördenkosten
Wegen des Vorwurfs der Veruntreuung hat die ungarische Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Leiter der nationalen Anti-Korruptionsbehörde eingeleitet. Ferenc Biro habe der von ihm geleiteten Behörde einen finanziellen Schaden von rund 400'000 Euro zugefügt, erklärte die Staatsanwaltschaft in Budapest am Dienstag. Er werde des Amtsmissbrauchs, der Urkundenfälschung und der Veruntreuung im grossen Stil beschuldigt.
Zu den Vorwürfen gegen Biro gehören die Anmietung eines Luxusautos für seine Frau auf Behördenkosten, die unrechtmässige Einschränkung der Befugnisse seiner Stellvertreter sowie die Beauftragung einer in Brüssel ansässigen Beratungsfirma, obwohl er dazu kein Mandat hatte. Biro weist die Vorwürfe als «sachlich falsch» zurück.
Biro war im Januar 2025 erstmals der Korruption beschuldigt worden. Er bezeichnete die Vorwürfe als politisch motiviert. Die ungarische Antikorruptionsbehörde war 2022 im Zuge von Reformen gegründet worden, um die Verwendung von EU-Mitteln besser zu kontrollieren. Unter der seit Mai amtierenden pro-europäischen Regierung von Péter Magyar sollen ihre Befugnisse erweitert werden.

