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Wahlpanne in Südkorea: Kein Hinweis auf Betrug sagt Präsident Lee

epa13023707 South Korean President Lee Jae Myung arrives for a press conference to mark the first anniversary of his inauguration at Yeongbingwan of Blue House in Seoul, South Korea, 08 June 2026. Pre ...
Der Südkoreanische Präsident, Lee Jae Myung äussert sich zur Wahlpanne der vergangenen Woche.Bild: keystone

Zu wenig Stimmzettel – Demonstranten fordern Neuwahlen in Südkorea

08.06.2026, 08:5108.06.2026, 08:51

Südkoreas Präsident Lee Jae Myung hat die organisatorischen Mängel rund um die am vergangenen Mittwoch abgehaltenen Regional- und Kommunalwahlen scharf kritisiert. «Das war absurd. Selbst für Menschen in weniger entwickelten Demokratien dürfte es kaum vorstellbar sein, dass Bürger nicht wählen können, weil keine Stimmzettel vorhanden sind», sagte Lee während einer Pressekonferenz zum einjährigen Amtsantritt in Seoul.

Bei den Regionalwahlen letzte Woche sind an insgesamt 50 Wahllokalen die Stimmzettel vorübergehend ausgegangen – in 22 musste der Wahlbetrieb deswegen vorübergehend unterbrochen werden.

Demonstranten fordern Neuwahlen

Seit mittlerweile fünf Tagen in Folge kommt es in der Hauptstadt Seoul wegen des Wahlskandals zu Protesten. Mehrere tausend Demonstranten fordern Neuwahlen und sehen ihre demokratischen Rechte durch den Stimmzettelmangel verletzt. Einige von ihnen behaupten zudem, dass die Regional- und Kommunalwahlen möglicherweise manipuliert wurden. Die meisten der Demonstranten sind junge Menschen in ihren 20ern und 30ern.

epa13020411 Protesters hold a rally in Seoul, South Korea, 06 June 2026, denouncing ballot paper shortages at some polling stations during the 03 June local elections and demanding a revote. EPA/YONHA ...
Empört über den Stimmzettel-Mangel demonstrieren Südkoreanerinnen und Südkoreaner auf den Strassen Seouls.Bild: keystone

Am Montag begannen die Behörden auf Anweisung von Präsident Lee eine grossflächige Untersuchung, die sich insbesondere gegen die nationale Wahlkommission richtet. Der 62-jährige Lee betonte während seiner Pressekonferenz allerdings, der Vorfall würde kein Hinweis auf einen Wahlbetrug darstellen.

Die linksgerichtete Regierungspartei (DP) konnte bei den Wahlen einen Erdrutschsieg einfahren und hat in 12 von insgesamt 16 Regionen die meisten Stimmen geholt. Die konservative Oppositionspartei PPP hingegen schnitt bei den Wahlen schwach ab. (nil/sda/dpa)

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