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Coronavirus: Reproduktionszahl in Deutschland steigt – was das bedeutet

epa08413193 Employees queue for a coronavirus test at a testing station on the factory premises of the Westfleisch meat processing company in Hamm, Germany, 10 May 2020. A large-scale corona test was  ...
Anstehen für einen Corona-Test in Deutschland.Bild: EPA

Reproduktionszahl in Deutschland steigt: Was man daraus ableiten kann – und was nicht

In Deutschland herrscht seit dem Wochenende grössere Aufregung um eine mögliche zweite Welle. Denn die Reproduktionszahl stieg wieder über 1. Was bedeutet das?
11.05.2020, 16:1312.05.2020, 06:39

Das deutsche Robert-Koch-Institut betonte in den vergangenen Wochen immer wieder: Um die Corona-Epidemie abflachen zu lassen, muss die Reproduktionszahl unter 1 gedrückt werden. Diese Zahl R zeigt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. Steht sie bei unter 1, wird weniger als eine Person angesteckt – die Fallzahlen sinken. Steht sie drüber, nehmen die Fälle zu.

Schauen wir auf die R-Zahl in Deutschland seit dem 6. März:

Reproduktionszahl für Deutschland:

Die aktuellste Schätzung vom Sonntag betrifft den 6. Mai.
Die aktuellste Schätzung vom Sonntag betrifft den 6. Mai.quelle: Robert-koch-institut

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Die Entwicklung zeigt: Seit dem 22. März lag R praktisch immer unter der magischen Grenze von 1. Aber: In den letzten beiden Tagen stieg sie erst auf 1,10, dann am Sonntag auf 1,13 an.

Jetzt in Panik zu verfallen, wäre falsch. Es gibt einige wichtige Punkte zu beachten, wie das RKI schreibt:

  • Es ist eine Schätzung, darum liegt immer eine Unsicherheit drin.
  • Aufgrund kleiner Fallzahlen sind Schwankungen aktuell grösser.
  • Es kann daher nicht bewertet werden, ob der sinkende Trend während den letzten Wochen weitergeht oder nicht.
  • Die Reproduktionszahl kann nicht alleine als Mass für Wirksamkeit oder Notwendigkeit von Massnahmen betrachtet werden. Die Zahlen der täglichen Neuinfektionen und die Schwere der Erkrankungen sind ebenfalls wichtig.
  • Der Wert bezieht sich auf Infektionen, die schon vor einer gewissen Zeit stattfanden. Dies ist aus methodischen Gründen nicht anders möglich. Die 1,13 vom Sonntag zeigen beispielsweise den Stand vom 6. Mai.

Was der Anstieg aber gemäss dem RKI auf jeden Fall bedeutet, ist: «Der Anstieg des geschätzten R-Wertes macht es erforderlich, die Entwicklung in den nächsten Tagen sehr aufmerksam zu beobachten.»

Tägliche Neuinfektionen kurzzeitig wieder über 1000

Vom 6. bis 8. Mai wurden an drei Tagen in Folge wieder mehr als 1000 Neuinfektionen gemeldet, was die Unsicherheit zusätzlich schürte. Zuletzt sank allerdings auch dieser Wert wieder unter 1000. Auch hier zeigt sich: Schwankungen kann es geben, vor allem am Wochenende, da dann grundsätzlich weniger gemeldet wird.

Tägliche Neuinfektionen in Deutschland

Bild

Am Mittwoch informierte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass ab dem 11. Mai weitere Lockerungen in Kraft treten. So können unter anderem Läden und Gastrobetriebe mit Schutzkonzepten öffnen. Wie sich diese Lockerungen auf die Entwicklung der Fallzahlen auswirken, werden wir frühestens wieder in 10 bis 14 Tagen wissen.

Den ersten Lockerungsschritt machte Deutschland am 20. April. Damals durften kleine und mittlere Läden wieder öffnen.

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