International
Homosexualität

Orthodoxer Jude sticht sechs Teilnehmer an Jerusalemer Schwulenparade nieder

Ein Opfer erhält erste Hilfe
Ein Opfer erhält erste HilfeBild: Getty Images Europe

Orthodoxer Jude sticht sechs Teilnehmer an Jerusalemer Schwulenparade nieder

30.07.2015, 20:0730.07.2015, 20:07

Ein Orthodoxer Jude hat an einer Lesben- und Schwulenparade in Jerusalem sechs Menschen niedergestochen. Zwei der Opfer seien dabei schwer verletzt worden, sagte Polizeisprecher Asi Aharoni am Donnerstag.

Dem Angreifer sei es gelungen, trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen zu dem Umzug vorzudringen. Er wurde den Angaben zufolge von der Polizei überwältigt und festgenommen.

Der 40 Jahre alte Mann war nach Polizeiangaben schon nach einem ähnlichen Angriff auf die Schwulenparade vor zehn Jahren festgenommen worden. Nach der Attacke 2005 war er zu einer zwölfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Er war nach Verbüssung von zehn Jahren dieser Strafe vor rund drei Wochen aus dem Gefängnis entlassen worden.

Hunderte Polizisten im Einsatz

Ultraorthodoxe Gruppen haben gegen die Parade in Jerusalem opponiert, die sie für widerwärtig halten. Zum Schutz der mehreren tausend schwulen und lesbischen Teilnehmer waren mehrere hundert Polizisten und freiwillige Helfer im Einsatz. Die Umzugsroute war bewusst kurz und weit entfernt von den bedeutenden religiösen Zentren für Judentum, Islam und Christentum in Jerusalem gehalten.

2006 hatte es mehrtägige massive Proteste von Ultraorthodoxen gegen den Umzug gegeben. Im vergangenen Jahr hatte der Umzug wegen des Gaza-Krieges erst im September stattgefunden.

Zu der – deutlich populäreren – Homosexuellenparade in Tel Aviv waren im Juni rund 180'000 Teilnehmer gekommen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Vor Stichwahl: Lula und Bolsonaro kämpfen um letzte Stimmen
Mit grossen Kundgebungen und kämpferischen Botschaften haben Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und sein rechter Herausforderer Flávio Bolsonaro ihren Wahlkampf vor der Stichwahl beendet. «Ich bin überzeugt, dass die brasilianische Gesellschaft einen strukturellen Wandel will, der Brasilien auf den richtigen Weg bringt – die brasilianische Gesellschaft will keinen Rückschritt», sagte Lula vor Tausenden Anhängern auf der Avenida Paulista in São Paulo. Zuvor fuhr der 80-Jährige bei strahlendem Sonnenschein auf einem Lautsprecherwagen an der weltbekannten Copacabana in Rio de Janeiro entlang.
Zur Story