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Iran

Trump macht Rückzieher und sagt geplante Iran-Angriffe wieder ab

Trump bläst angekündigte Angriffe auf den Iran ab

US-Präsident Donald Trump hat die für diesen Abend angekündigten schweren Angriffe auf den Iran abgesagt. Der Republikaner begründete das auf der Plattform Truth Social mit Gesprächen, die die höchste Ebene der iranischen Führung erreicht hätten.
11.06.2026, 14:3711.06.2026, 22:15

Nach Trumps Darstellung sind Verhandlungen über eine Befriedung des Konflikts einem Durchbruch nahe. Er schrieb, dass Gespräche und endgültige Punkte im Detail von allen beteiligten Parteien gebilligt worden seien, darunter die Vereinigten Staaten, Israel, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, die Türkei, Pakistan, Bahrain, Kuwait, Jordanien, Ägypten und andere. Trump stellte sogar eine Unterzeichnung in Aussicht - Zeitpunkt und Ort würden in Kürze bekanntgegeben.

Aus dem Iran hiess es kurz nach Trumps Ankündigung, bislang sei kein Text über ein Rahmenabkommen finalisiert worden. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, unter Berufung auf eine mit dem Verhandlungsteam verbundene Quelle. Hochrangige iranische Politiker äusserten sich zunächst nicht zu Trumps Worten.

Trump: Könnten Iran-Deal in Europa unterzeichnen

US-Präsident Donald Trump hat als Ort für eine mögliche Unterzeichnung Europa ins Spiel gebracht. Dokumente würden noch finalisiert, sagte Trump im Oval Office vor Reportern. Das sollte in den nächsten Tagen passieren. Wahrscheinlich werde es eine Unterzeichnung geben - «vielleicht in Europa».

Einen genauen Ort oder ein Land nannte Trump nicht. Kurz darauf sagte er, vielleicht werde die Unterzeichnung schon am Wochenende vollzogen. Er selbst werde dann nicht dabei sein können, aber Vize-Präsident JD Vance.

Trump feiert am Sonntag (14. Juni) in Washington seinen 80. Geburtstag. Danach will er zum G7-Gipfel nach Frankreich fliegen. Im französischen Kurort Évian am Genfer See kommt die Gruppe führender demokratischer Wirtschaftsmächte, zu der die USA, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Kanada und Japan sowie die Europäische Union gehören, vom 15. bis zum 17. Juni zusammen.

Was zu den diplomatischen Bemühungen bekannt ist

Seit Wochen gab es Bemühungen um ein Rahmenabkommen über ein Ende des Krieges. Ein mögliches Abkommen würde voraussichtlich zunächst vertiefte Verhandlungen bedeuten. Zuletzt gab es keine Anhaltspunkte dafür, dass es bedeutende Annäherungen in den Hauptkonfliktpunkten zwischen den USA und dem Iran gab. Trump hat zudem schon vielfach die Hoffnung verbreitet, dass ein Deal mit dem Iran kurz bevorstehe - bislang kam es jedoch nicht dazu.

Zuletzt war ein Rahmenabkommen im Gespräch, mit dem die Strasse von Hormus für den Schiffsverkehr freigegeben werden könnte. Der Iran dringt unter anderem auf die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte. Über den genauen Stand gab es allerdings keine eindeutigen Berichte.

Streit gibt es unter anderem um den Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus, den Krieg im Libanon, Sanktionen gegen den Iran und eingefrorene iranische Vermögen im Ausland. Zentraler Konfliktpunkt ist das umstrittene iranische Atomprogramm und der Umgang mit dem hochangereicherten Uran des Landes. Medienberichten zufolge könnte über diese Frage im Rahmen eines 60-Tage-Zeitraums vertieft verhandelt werden.

Trump: Halten zunächst an Seeblockade fest

Trump schrieb weiter, die US-Seeblockade gegen iranische Schiffe und Häfen werde bis zum endgültigen Abschluss einer Vereinbarung vollständig bestehen bleiben. Die USA hatten damit auf die faktische Blockade der Strasse von Hormus durch den Iran reagiert.

Kehrtwende binnen weniger Stunden

Erst Stunden zuvor hatte Trump schwere Angriffe auf den Iran für die Nacht angekündigt. Die USA würden das Land «sehr hart» treffen, schrieb er auf Truth Social.

Er drohte Teheran ausserdem damit, in nicht allzu ferner Zukunft die für Irans Ölindustrie wichtige Insel Charg sowie andere Öl-Infrastrukturpunkte zu übernehmen. Die USA würden die «vollständige Kontrolle» über Irans Öl- und Gasmärkte erlangen. Auf der Insel Charg im Persischen Golf befindet sich Irans wichtigster Ölhafen. Dort wird fast der gesamte Ölexport der Islamischen Republik umgeschlagen. Sie ist daher von strategisch grosser Bedeutung.

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Die Insel Charg ist für den Iran äusserst wichtig.Bild: keystone

Trump wollte damit den Druck auf den Iran in den stockenden diplomatischen Bemühungen erhöhen.

Zuletzt mehrfach gegenseitige Angriffe

Die USA und der Iran beschossen sich in der Nacht erneut heftig gegenseitig. Bereits in der Nacht zu Mittwoch hatte es gegenseitige Angriffe gegeben. Eigentlich gilt zwischen den Kriegsparteien seit zwei Monaten eine Feuerpause.

Laut iranischen Medien wurden bei Angriffen in der Provinz Teheran drei Menschen verletzt. Das Portal «Mehr» berichtete zugleich unter Berufung auf offizielle Stellen, in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) sei in der Strasse von Hormus ein Boot, das mit Grundnahrungsmitteln beladen gewesen sei, von einem Geschoss der USA getroffen worden. Die Besatzung sei gerettet worden.

Das US-Militär sprach von Angriffen auf militärische Überwachungs- und Kommunikationsanlagen sowie Anlagen der Flugabwehr im Iran.

Wie der Iran auf die jüngsten US-Angriffe reagierte

Das iranische Aussenministerium hatte die «grossangelegten» US-Angriffe der vergangenen Nacht scharf verurteilt. Irans Militär drohte nach den US-Angriffen, jedes Schiff, das die für den Öl- und Gashandel wichtige Strasse von Hormus zu passieren versuche, anzugreifen, hiess es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der iranischen Militärführung. Zwei Schiffe sollen laut Rundfunk beschossen worden sein.

Das US-Regionalkommando Centcom schrieb dagegen auf X: «Handelsschiffe fahren weiterhin heute Nacht in die Strasse von Hormus ein und heraus.»

Der Iran griff zudem die Golfstaaten Bahrain und Kuwait in der Nacht an. Lokalen Behördenangaben zufolge wurde dabei in Bahrain ein elfjähriges Mädchen verletzt. In der Hauptstadt Manama und in dem Ort Hammad seien durch herabfallende Trümmerteile nach der Abwehr von iranischem Drohnenbeschuss zudem mehrere Fahrzeuge in Brand geraten und Wohnhäuser beschädigt worden.

Auch Jordanien fing laut eigenen Angaben in der Nacht 20 aus dem Iran abgefeuerte Raketen ab. Im Osten des Landes hat das US-Militär an einem Stützpunkt unter anderem Kampfflugzeuge stationiert. (hkl/dab/sda/dpa)

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Die beliebtesten Kommentare
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Tomtschi
11.06.2026 14:43registriert März 2019
"Donald Trump kündigt an..." sprich Artikel lesen überflüssig, wird sowieso wieder anders kommen.
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bärn
11.06.2026 14:44registriert Juli 2016
haha... und in wenigen stunden dann... "wir haben die übung abgeblasen, weil iran will den deal den wir vorgeschlagen haben".... wieso hören wir überhaupt noch zu was dieses heissluftgebläse im sekundentakt rauslässt?
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Der Micha
11.06.2026 14:51registriert Februar 2021
"Er blickt dem Vorhaben optimistisch entgegen: So seien die Verteidigungsinfrastrukturen so gut wie nicht mehr vorhanden."

Das hat er zwei Tage nach Kriegsbeginn auch schon mal geschrieben. Davon merke ich nur nichts.
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