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«Name der Schande»: Präsident von Iran schickt Botschaft an Amerikaner

epa11934141 Iranian President Masoud Pezeshkian speaks during a Parliament session to defend his Minister of Economy and Finance at the Iranian Parliament in Tehran, Iran, 02 March 2025. According to  ...
Massud Peseschkian: «Die Welt befindet sich heute an einem Punkt, an dem die Fortsetzung eines Konfrontationskurses kostspieliger und ergebnisloser ist denn je»Bild: EPA

«Name der Schande»: Präsident von Iran schickt Botschaft an Amerikaner

01.04.2026, 21:5201.04.2026, 21:52

In einem offenen Brief an die amerikanische Nation kritisiert Irans Präsident Massud Peseschkian den Krieg der USA gegen sein Land als eine absurde und für die USA kostspielige Operation. «Die Welt befindet sich heute an einem Punkt, an dem die Fortsetzung eines Konfrontationskurses kostspieliger und ergebnisloser ist denn je,», schrieb der Präsident in seiner Botschaft. Der Iran habe in seiner Geschichte viele Aggressoren gesehen. Von denen blieb in den Geschichtsbüchern laut Peseschkian aber nur ein «Name der Schande». Die Entscheidung zwischen Krieg und Frieden würde die Zukunft ganzer Generationen prägen.

Für iranische Verhältnisse ist ein offener Brief an das amerikanische Volk eher ungewöhnlich. Daher werten Beobachter ihn als Versuch des Irans, die amerikanische Öffentlichkeit von der Fehlentscheidung ihrer Regierung zu überzeugen und so indirekt eine Waffenruhe zu erzwingen.

Die Angriffe auf die Infrastruktur des Irans richten sich Peseschkian zufolge unmittelbar gegen die iranische Bevölkerung. Diese Attacken seien nicht nur ein Kriegsverbrechen, sondern ihre Folgen würden auch über die iranischen Grenzen hinaus eine gesamte Region treffen. «Das ist am Ende dann ein Teufelskreis und das Säen von immer mehr Feindseligkeit, dessen Auswirkungen noch jahrelang andauern», schrieb der iranische Präsident.

Rede von Trump mit Spannung erwartet

Der von Israel und den USA begonnene Krieg befindet sich bereits in der fünften Woche. Am Mittwoch hatte US-Präsident Donald Trump mitgeteilt, der Iran habe um eine Waffenruhe gebeten haben. Das wies Irans Aussenamtssprecher umgehend zurück. Die Aussagen Trumps seien falsch und unbegründet, wurde Ismail Baghai vom Staatssender Irib zitiert. Trump schrieb die Bitte um eine Waffenruhe Irans «neuem Regime-Präsidenten» zu. Wen er genau damit meint, blieb unklar.

Trump will sich am Mittwochabend (US-Ostküstenzeit) mit einer Rede an die eigene Nation wenden. Er hatte dem Iran ein Ultimatum gestellt, das in der Nacht zum 7. April deutscher Zeit auslaufen wird. Bis dahin soll das Land die Schifffahrt durch die für den Öltransport wichtige Strasse von Hormus wieder freigeben. Seit Israel und die USA am 28. Februar den Krieg begonnen hatten, kam die Schifffahrt dort quasi zum Erliegen. (sda/dpa)

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26 Kommentare
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best ager
01.04.2026 22:00registriert Februar 2020
Es ist schon verrückt, dass ein iranischer Präsident viel vernünftiger aber auch intelligenter klingt als der Typ der „Präsident“ spielt der eigentlich ein Krimineller ist.
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Meierli
01.04.2026 21:59registriert November 2019
Egal, Trump wird diese Nacht seinen "Sieg" verkünden. Wie auch immer....

Und hinterlässt das absolute Chaos.
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klar+deutlich
01.04.2026 22:08registriert Juni 2021
"Rede von Trump mit Spannung erwartet".

Nein. Trump wird sich wieder grossmäulig selber rühmen, alle anderen beleidigen und/oder bedrohen und erpressen. Was Trump sagt ist völlig irrelevant, es vergehen nicht einmal Stunden bis er oder seine Entourage das Gegenteil erzählen. Eine Strategie hat er nicht.

In Vietnam und Afghanistan wurde auch jahrelang gewonnen.
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