Das iranische Regime greift wieder härter gegen Frauen ohne Kopftuch durch
Seit dem Ausbruch des Krieges zwischen den USA und dem Iran Ende Februar dieses Jahres hatte das islamische Regime andere Sorgen, als sich um die Kopfbedeckung der Frauen im Iran zu kümmern.
Der Krieg stürzte das Land in eine existenzielle und wirtschaftliche Krise und durch den Tod des politischen und religiösen Führers Ayatollah Ali Chamenei musste das Regime seine gesamte Führung neu organisieren. Dementsprechend häuften sich auch Bilder und Videos von Iranerinnen, die auf das Kopftuch verzichteten.
Damit soll nun Schluss sein. Am Montag teilte die Staatsanwaltschaft in Teheran mit, dass sie konsequent gegen «ungebührliches Verhalten» in Cafés und Restaurants in Teheran vorgehen werde. Darüber berichtet CNN.
So sollen im Verlauf des letzten Monats bereits mindestens 17 Restaurants und Cafés geschlossen worden sein, weil in ihnen das Kopftuchgebot nicht strikt umgesetzt worden sei, wie die iranische staatliche Nachrichtenagentur Mehr News berichtet.
Hardliner geisseln «Nacktheit»
Der iranische Geistliche Mohammad Javad Haj Ali Akbari, der das Freitagsgebet in Teheran anführt, verlangt, dass stärker gegen die «Nacktheit »und «unangemessene Kleidung »in der Öffentlichkeit durchgegriffen wird. Er steht stellvertretend für den Versuch der iranischen Hardliner, die Hijab-Pflicht wieder konsequent durchzusetzen.
Schon vor vier Jahren bildete sich die Protestbewegung «Women Life Freedom», Bei den Iranerinnen gegen das Tragen des Kopftuchs demonstrierten – und dabei ihr Leben riskierten. Das iranische Regime schlug die Proteste brutal nieder und tötete mehrere hundert Demonstrantinnen.
Ausgelöst wurden die Proteste durch den Tod der kurdischen Iranerin Jina Mahsa Amini, die von der Sittenpolizei aufgegriffen und verhaftet wurde, weil sie keinen Hijab getragen hatte. Sie starb unter bis heute ungeklärten Umständen.
Die erneut angekündigten Repressionen würden die Frauen aber nicht daran hindern, sich weiterhin so zu kleiden, wie sie wollen, sagt eine ältere Frau aus Teheran gegenüber CNN.
«Junge Frauen gehen auf die Strasse in Crop Tops, Shorts und tragen, was immer sie wollen. Kopftücher sind praktisch verschwunden», sagt sie. Sie glaube nicht, dass es dem Regime gelingen werde, diese Frauen wieder zum Tragen eines Hijabs zu zwingen. «Aber das haben wir vor der Revolution schon einmal gedacht und dann ist es ihnen gelungen.»
(her)
