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Israelischer Experte warnt vor erneutem Iran-Krieg

An election campaign banner featuring Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu, leader of the Likud party, hangs on fence ahead of Israel's general election in Tel Aviv, Israel, Friday, Oct. 9,  ...
Ein Wahlkampfbanner des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Tel Aviv.Bild: keystone

Israelischer Experte warnt vor erneutem Iran-Krieg

22.10.2026, 13:3022.10.2026, 13:31

Angesichts zunehmend kämpferischer Töne hat der israelische Politikexperte Danny Citrinowicz vor einem erneuten Krieg mit dem Iran gewarnt.

Weder die USA noch Israel hätten offenbar die richtigen Lehren aus den bisherigen Kriegsrunden gezogen, schrieb er auf X. Dies sei überraschend und beunruhigend.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Mittwoch den Sturz der iranischen Führung als ausdrückliches Ziel der israelischen Sicherheitskräfte genannt. Nur so lasse sich die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm ein für alle Mal beseitigen, sagte er.

Citrinowicz hält dagegen, dass eine weitere Angriffswelle kaum Ergebnisse bringen dürfte, die bislang ausgeblieben seien. Nach wochenlangen Kämpfen, enormem Ressourceneinsatz und Erklärungen über historische Erfolge sehe man sich erneut mit denselben Bedrohungen konfrontiert, schrieb er. Selbst härtere Angriffe würden den Iran nicht zwangsläufig zur Kapitulation bewegen, sondern könnten die Führung vielmehr dazu antreiben, nach Atomwaffen zu streben.

Warnung vor regionaler Eskalation

Zudem warnt Citrinowicz, Israel und die USA könnten einen erneuten Krieg nicht auf wenige Tage begrenzen. Eine heftige iranische Reaktion könne eine schwer kontrollierbare Eskalationsspirale auslösen. Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur könnten Vergeltungsschläge gegen Energieanlagen im gesamten Nahen Osten nach sich ziehen, ohne dass Israel und die USA dadurch ihre politischen und sicherheitspolitischen Ziele erreichen würden.

Auch die Ausweitung zu einem regionalen Krieg unter Beteiligung der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz im Libanon, schiitischer Milizen im Irak und der Huthi im Jemen sei eine grosse Gefahr. Ohne eine Rückkehr zur Diplomatie und eine Einigung zwischen den USA und dem Iran sei die Gefahr einer weiteren Eskalation in der Golfregion sehr hoch, schreibt Citrinowicz. Das bedeute jedoch nicht, dass eine solche Eskalation wünschenswert sei oder die angestrebten Ziele erreichen werde. (sda/dpa)

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