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100 Tage Gaza-Krieg: Familien erinnern an Hamas-Geiseln

100 Tage Gaza-Krieg: Familien erinnern an Hamas-Geiseln, die immer noch vermisst werden

13.01.2024, 18:5613.01.2024, 18:56

Fast 100 Tage nach der Entführung von rund 240 Menschen aus Israel in den Gazastreifen fordern Angehörige entschiedenere Bemühungen für deren Freilassung. Das Forum der Geiselfamilien errichtete am Samstag im Zentrum von Tel Aviv den Nachbau eines kurzen Tunnelstücks. In derartigen Anlagen unter der Erde soll die Hamas Berichten zufolge etwas mehr als 100 Geiseln gefangen halten.

Am Samstagabend wollte das Forum mit einer 24 Stunden langen Kundgebung den Druck verstärkten, um eine Freilassung der Entführten zu erreichen. Am Sonntag werden es 100 Tage, dass Israel seinen Krieg gegen die islamistische Hamas und andere Terrorgruppen im Gazastreifen führt.

People walk through an installation simulating a tunnel in Gaza in an act of solidarity with hostages believed to be held underground by Hamas and calling for their return, in Tel Aviv, Israel, Saturd ...
Menschen gehen in Tel Aviv durch eine Installation, die einen Tunnel im Gazastreifen simuliert, um ihre Solidarität mit den Geiseln zu bekunden, die von der Hamas festgehalten werden.Bild: keystone

Ein Massaker der Hamas und anderer extremistischer Organisationen im Süden Israels mit 1200 Toten sowie die Verschleppung von Zivilisten und Soldaten in den Gazastreifen hatten am 7. Oktober den Gaza-Krieg ausgelöst. Israels Militär geht seitdem mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive gegen die Hamas vor.

Gewaltsame Befreiung gilt als undurchführbar

Das Forum der Geiselfamilien nutzt den Platz vor dem Tel Aviver Kunstmuseum für Ausstellungen, Installationen und Kundgebungen, um das öffentliche Bewusstsein für die Verschleppten wachzuhalten.

Jair Keschet, ein Angehöriger der Familie Bibas, sagte bei der Eröffnung des Tunnel-Nachbaus: «Wir haben keine Zeit mehr, wir brauchen sie jetzt bei uns.» Das Ehepaar Schirin und Jarden Bibas (beide 32) und ihre Kinder, der 4-jährige Ariel und der nunmehr 12 Monate alte Kfir, sind unter den Geiseln, die die Hamas in ihrer Gewalt hat.

Eine gewaltsame Befreiung der Verschleppten durch das israelische Militär gilt Berichten zufolge als nahezu undurchführbar. Die von der Hamas angelegten Tunnel durchziehen demnach auf Hunderten Kilometern den gesamten Gazastreifen.

Den Kämpfern der islamistischen Organisation dienen sie als unterirdische Kommandozentralen, Rückzugs- und Lagerräume sowie Transportwege. Die Angehörigen der Geiseln knüpfen ihre Hoffnungen an eine Verhandlungslösung.

(dsc/sda/dpa)

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