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Bericht: Israelische Kugel hat Journalistin im Westjordanland getötet

Bericht: Israelische Kugel hat Journalistin im Westjordanland getötet

20.06.2022, 15:5820.06.2022, 17:04
An undated photo released bu the Al Jazeera network shows Shireen Abu Akleh, a journalist for Al Jazeera network. Abu Akle. the well-known Palestinian reporter for the broadcaster's Arabic langua ...
Schirin Abu AkleBild: keystone

Die tödliche Kugel auf die im Westjordanland erschossene Journalistin Schirin Abu Akle wurde laut einer Untersuchung der «New York Times» (kostenpflichtig) wohl von israelischen Soldaten abgefeuert. Sie sei wahrscheinlich aus Richtung eines israelischen Militärfahrzeugs abgegeben worden, meldete die Zeitung am Montag.

In der Nähe der Journalistin soll sich der Untersuchung zufolge kein bewaffneter Palästinenser befunden haben. Dies widerspreche der Theorie der israelischen Armee, wonach die Journalistin versehentlich von einem Soldaten, der eigentlich auf einen palästinensischen Schützen feuern wollte, getötet worden sein könnte. Die US-Zeitung räumte zugleich ein, dass es keine Beweise dafür gebe, dass ein israelischer Soldat die Frau bzw. das Wort «Presse» auf ihrer Schutzweste erkannt und absichtlich auf sie geschossen haben könnte.

Die Journalistin vom TV-Sender Al-Dschasira war im Mai während eines israelischen Militäreinsatzes in Dschenin im nördlichen Westjordanland ums Leben gekommen. Nach Angaben der israelischen Armee hatte es im Vorfeld heftige Feuergefechte mit militanten Palästinensern in Dschenin gegeben.

Der palästinensische Generalstaatsanwalt machte Israel verantwortlich und warf den Soldaten vor, die Frau gezielt getötet zu haben. Israels Armee wies nach einer internen Untersuchung die Anschuldigungen der Vorsätzlichkeit zurück. Die Journalistin sei keinesfalls absichtlich erschossen worden. Nach Darstellung der Armee ist nicht eindeutig, von wo der tödliche Schuss kam. Eine gemeinsame Untersuchung des Falls lehnte die Palästinenserführung ab. Abu Akles Tod hatte international für Bestürzung gesorgt.

Für ihre Untersuchung wertete die «New York Times» unter anderem Videos aus und führte Interviews mit Zeugen. Zudem hätten Experten die Distanz, die die tödliche Kugel hinter sich gelegt haben muss, mithilfe einer akustischen Analyse berechnet. (aeg/sda/dpa)

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