Internationale Stabilisierungstruppe für Gazastreifen wächst
Die internationale Beteiligung an einer militärischen Truppe zur Stabilisierung des Gazastreifens wächst. Aus der von US-Präsident Donald Trump initiierten Steuerungsgruppe «Friedensrat» (Board of Peace) hiess es, dass vergangene Woche Militärs aus Marokko in Israel eingetroffen seien, um Planungen für künftige Einsätze zu unterstützen. Neben Marokko haben sich auch Länder wie Indonesien oder Albanien bereiterklärt, sich an einer Stabilisierungstruppe für den Gazastreifen zu beteiligen.
Die Beziehungen zwischen Israel und Marokko wurden im Dezember 2020 im Rahmen der sogenannten Abraham Abkommen offiziell normalisiert. Seitdem haben beide Länder ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft, Tourismus und Technologie deutlich ausgebaut.
Die Beziehungen stützen sich zudem auf historische Verbindungen: In Marokko lebte jahrhundertelang eine der grössten jüdischen Gemeinden der arabischen Welt, und heute haben Hunderttausende Israelis marokkanische Wurzeln. Der Gaza-Krieg hat die Beziehungen jedoch auch belastet.
Was die Stabilisierungstruppe tun soll
Die internationale Stabilisierungstruppe (ISF) soll für Sicherheit in der Region sorgen. Die Truppe ist Teil der Bemühungen, den Gaza-Konflikt beizulegen. US-Präsident Trump hatte vor Monaten den «Friedensrat» eingerichtet, der von Kritikern als Konkurrenz zu den von Trump kritisierten Vereinten Nationen wahrgenommen wird. Deutschland ist kein Mitglied des «Friedensrats». Trump hat den Vorsitz inne. Der Rat soll den Wiederaufbau und eine Nachkriegsordnung im Gazastreifen überwachen.
Wann der Einsatz der Truppe de facto beginnen soll, ist noch offen. Die islamistische Terrororganisation Hamas lehnt die in einem Friedensplan vorgesehene Entwaffnung ab. Israel dehnt seinerseits das von seiner Armee kontrollierte Gebiet im Gazastreifen kontinuierlich aus. Nach einem Bericht des Nachrichtenportals «Walla» sind dies inzwischen bereits 70 Prozent des Küstenstreifens.
Krieg begann mit Massaker der Hamas
Der Gaza-Krieg war vom Massaker der Hamas und anderer extremistischer Organisationen am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Damals töteten die Terroristen in Israel rund 1'200 Menschen und verschleppten mehr als 250 weitere in den Gazastreifen. Israel griff daraufhin eigenen Angaben zufolge Stellungen der Hamas an. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden mehr als 73'000 Palästinenser im Gazastreifen getötet, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Seit Oktober 2025 gilt eine Waffenruhe, es kommt jedoch täglich zu israelischen Angriffen und Konfrontationen. (sda/dpa)
