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Israel

Neue Angriffe im Westjordanland von mehr als 100 israelischen Siedlern

An Israeli settler walks next to a barbed-wire fence erected to help protect a Palestinian-Bedouin house from attacks by settlers on the outskirts of the West Bank town of Taybeh, Sunday, Sept. 13, 20 ...
Ein israelischer Siedler im Westjordanland.Bild: AP

Neuer Angriff von mehr als 100 israelischen Siedlern im Westjordanland

29.09.2026, 10:0829.09.2026, 10:08

Im Westjordanland ist es erneut zu massiver Gewalt radikaler israelischer Siedler gekommen. Mehr als 100 Extremisten waren nach Medienberichten an Ausschreitungen im Bereich der Ortschaft Dschalud südlich von Nablus beteiligt.

Die israelischen Streitkräfte teilten mit, Soldaten und Polizisten seien an einem Einsatz gegen die Randalierer beteiligt gewesen. Diese versuchten demnach, die Rückkehr einer palästinensischen Familie in ihr Haus zu verhindern. Laut der Mitteilung des Militärs war die Rückkehr der Familie vorab koordiniert gewesen.

Die radikalen Siedler blockierten laut Militärangaben Strassen, setzten Gebäude und Fahrzeuge in Brand und warfen Steine auf die Sicherheitskräfte. Dabei seien drei Polizisten verletzt worden. Zwei der Randalierer seien festgenommen worden.

Nach palästinensischen Medienberichten setzten die Angreifer auch das Haus der palästinensischen Familie in Brand, die zurückkehren wollte. Ein Gericht hatte demnach zuvor der Klage der Familie stattgegeben und Siedler angewiesen, das von ihnen besetzte Haus zu verlassen. Die jüdischen Extremisten hatten die Familie zuvor den Berichten zufolge über längere Zeit hinweg bedrängt. Die Zeitung «Times of Israel» berichtete, der neue Angriff habe die Rückkehr der Familie verhindert.

Israels Präsident verurteilt Siedlergewalt

Der israelische Staatspräsident Izchak Herzog verurteilte die Siedlerangriffe und sprach von schwerwiegenden Gewalttaten. Diese seien ein «moralischer Makel und ein Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit». Sie müssten mit der vollen Härte des Gesetzes geahndet werden, forderte er.

Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg weiter verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden dort seitdem mehr als 1'100 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und eigenen Anschlägen getötet. Auch die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser hat deutlich zugenommen.

Israel eroberte während des Sechstagekrieges 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern mehr als 700'000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat. Der UN-Sicherheitsrat bezeichnete 2016 die israelischen Siedlungen in den besetzten Gebieten als Verletzung des internationalen Rechts und forderte Israel zum vollständigen Siedlungsstopp auf. (sda/dpa)

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Räumung illegaler jüdischer Siedlung Amona im Westjordanland
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quelle: epa/epa / jim hollander
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