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Schwere Vorwürfe an Israel – Uno-Experten fordern Stopp von tödlicher Gewalt

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Palästinenser suchen Schutz vor der israelischen Armee im Gaza-Streifen. Bild: EPA/EPA

Schwere Vorwürfe an Israel – Uno-Experten fordern Stopp von tödlicher Gewalt

18.03.2019, 12:4718.03.2019, 13:28

Zwei Wochen vor dem Jahrestag der blutigen Palästinenserproteste am Grenzzaun zwischen Gaza und Israel verlangen Uno-Experten dringend neue Einsatzregeln für das israelische Militär. Die Erlaubnis tödlicher Schüsse gegen die Demonstranten sei in den meisten Fällen illegal, sagte Santiago Canton am Montag in Genf.

Er ist der Vorsitzende der Kommission, die die Gewalt an der Grenze seit Ende März vergangenen Jahres untersucht. Sie war vom Genfer Uno-Menschenrechtsrat eingesetzt worden.

Am 28. Februar hatte die Kommission bereits eine Kurzversion ihres Berichts vorgelegt, am Montag präsentierte sie dem Menschenrechtsrat den vollen Bericht. Wie schon vor zwei Wochen wirft sie Israel vor, womöglich Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Israel hatte den Bericht scharf kritisiert.

Jeder Einsatz tödlicher Gewalt werde von einem Kommandanten vor Ort genehmigt, und das nur, wenn die Zielperson eine grosse Gefahr bedeute, sagten Mitglieder einer israelischen Delegation in Genf. Sie war vergangene Woche eigens nach Genf gereist. Die Mitglieder wollten sich nicht mit Namen zitieren lassen.

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Palästinenser schleudern Steine auf die israelischen Soldaten. Bild: EPA/EPA

Videos zeigten jeweils nur einen Ausschnitt. Eine Person, die dort offenbar unbeteiligt getroffen werde, habe womöglich vorher Sprengsätze geschleudert. Die Demonstranten träten als Zivilisten auf, seien aber oft Mitglieder militanter Kampfverbände.

Nach Angaben der Kommission wurden von Ende März bis Ende Dezember 189 Palästinenser getötet und mehr als 6000 angeschossen. Bei 122 hätten Gliedmassen amputiert werden müssen. Es sei ein Kriegsverbrechen, Zivilisten ins Visier zu nehmen, die nicht an Kampfhandlungen beteiligt seien, wenn sie keine unmittelbare Gefahr darstellten. (sda/dpa)

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